Lebensmittelrückrufe – wie pünktlich sind sie? (Foto: SR)

Lebensmittelrückrufe – wie pünktlich sind sie?

Metall im Hühnchen oder Verpackungsstücke im Käse – immer wieder werden Produkte aus dem Handel zurückgerufen. Aber Verbraucherschützer warnen: Oft klappt das nicht schnell genug oder die Information kommt gar nicht beim Verbraucher an. Wie kann es besser werden? Wir haben nachgefragt.

Aktuell listet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) 118 Lebensmittel-Produkte auf, die in diesem Jahr aus dem Verkauf zurückgezogen worden sind. Ein solcher Rückruf unterliegt festen Regeln. Grundsätzlich gilt, dass der Hersteller verpflichtet ist, die Öffentlichkeit zu informieren. Eine gute Quelle für diese Informationen ist lebensmittelwarnung.de, eine BVL-Webseite, auf der alle eingehenden Rückrufe gesammelt werden.

Langer Weg vom Hersteller zum Verbraucher

Klingt zunächst recht einfach, ist aber kompliziert. Denn der Weg vom Hersteller auf die Webseite ist lang. Er führt zum Beispiel vom örtlichen Gesundheitsamt am Produktionsort über die zuständige Landesbehörde zum Bundesamt. Das kann dauern. Etwas schneller sind die Informationen auf der Seite des Greveners Gert Kretschmann, der für mehr Transparenz bei der Information eintritt:

Grevener warnt Verbraucher schneller als Behörden|mehr

Kann die Arbeit der aktuell etwa 400 lokalen Lebensmittelüberwachungsbehörden zentralisiert werden? Nein, sagt das BVL: "Eine allgemeine Zentralisierung der Aufgaben der Lebensmittelsicherheit bei einer Bundesbehörde sieht das BVL als nicht zielführend an."

Bei Sicherheitsmängeln den Hersteller informieren

Wer etwas ungewöhnliches im Essen findet oder selbst bei einem Produkt Sicherheitsmängel feststellt, sollte dies dem Hersteller möglichst schnell mitteilen, so die Verbraucherzentrale. Dafür sollte man den Mangel so genau wie möglich beschreiben, um dem Hersteller die Suche nach dem Fehler möglichst leicht zu machen.

Ist eine akute Gefährdung möglich, können sich Verbracher auch direkt an die jeweils zuständige Landesbehörde am Geschäftssitz des Herstellers wenden. Welche Behörde zuständig sei, wüssten die örtliche Polizei, der Landkreis oder die Bezirksvertretung, so die Verbraucherschützer.

Ein Beitrag unserer Kollegen Nico Rau und Thorsten Risch vom WDR.

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