Der Grenzblickweg im Landkreis Saarlouis (Foto: SR)

Wandern nach Jahreszeiten – diesmal der Grenzblickweg im Herbst

Der Saargau ist bekannt für seine schönen Wanderwege, von denen viele inzwischen zu „Traumschleifen Saar-Hunsrück“ geworden sind. Gemeinsam mit Wanderbloggerin Bianca Gade stellen wir in einer kleinen Reihe immer wieder Touren in der Region vor. Diesmal: der Grenzblickweg im Landkreis Saarlouis. Alexander M. Groß war für uns dabei.

Der Grenzblickweg liegt im Landkreis Saarlouis und führt durch eine typische Saargau-Landschaft. Der Name ist Programm: Die deutsch-französische Grenze haben die Wanderer immer im Blick und wechseln auf der rund 13 Kilometer langen Strecke mehrfach hin- und her.

Video [Wir im Saarland - Service, 14.11.2017, Länge: 5:37 Min.]
Wandern nach Jahreszeiten – diesmal der Grenzblickweg im Herbst

Der Startpunkt der Tour ist in Leidingen – der kleine Ort ist halb deutsch und halb französisch. Wanderbloggerin Bianca Gade hat sich genau deshalb für diesen „grenzwertigen“ Weg entschieden.

„Wir befinden uns auf diesem Grenzblickweg von Anfang an zwischen Frankreich und Deutschland und das fasziniert mich so unglaublich. Weil das einfach saarländische Geschichte ist, weil das ein Stück Europa ist, ein Stück europäische Geschichte. Und wir fangen ja hier bei den Grenzblickfenstern an und der Weg wird über wunderbare Waldlandschaften führen, wir werden ganz tolle Ausblicke haben  und zwischen den Grenzen wandeln und deswegen habe mir den Weg ausgesucht“, erklärt sie.

Verlaufen quasi unmöglich

Am Ortsrand des französischen Leidingen, direkt hinter der Kirche taucht Bianca in den herbstlich bunten Wald ein. Die Beschilderung ist – typisch für die Traumschleifen - sehr gut. Verlaufen damit quasi unmöglich. Erst recht, wenn man die Tour wie vorgeschlagen im Uhrzeigersinn absolviert.

Der Heininger Wald ist bald schon durchquert und der Weg führt wieder durch offene Landschaften. Wanderer können ihren Blick bis weit nach Lothringen oder Luxemburg schweifen lassen.

Kleines Manko der Wanderung: es gibt unterwegs keine Möglichkeit zum Einkehren – die Marschverpflegung muss man sich also mitbringen und mitschleppen. Das ist generell auf vielen saarländischen Wegen ein Problem – und selbst wenn es Gasthäuser an der Strecke gibt ist es ratsam, sein Picknick mitzubringen.

„Man findet schon auf Wanderwegen hier im Saarland Gastronomie. Das ist schon gegeben, nur haben die häufig dann auf, wenn es für Wanderer nicht ideal ist. Das heißt, die haben vielleicht zwischen 12.oo und 14.oo Uhr und ab 18.oo Uhr dann wieder auf. Nur die Zeiten, in denen man anfängt zu Wandern und in denen an aufhört, die liegt direkt dazwischen. Insofern ist es oft sehr unpraktisch, dort einzukehren, man kann es einfach letztendlich nicht“, bemängelt die Expertin.

Panoramaaussichten

Panoramaaussichten über das lothringische Hügelland sind typisch für den Grenzblickweg. Unterwegs hat fragt man sich schnell: „Bin ich jetzt schon wieder in Deutschland? Oder noch in Frankreich?“

Zwischen vier und fünf Stunden inklusive Pause sollte man für die Tour einkalkulieren. Das Höhenprofil des Wanderweges ist genauso sanft geschwungen wie die Landschaft, durch die er führt - steile Anstiege sind nicht dabei. Das macht den Grenzblickweg auch für Wandereinsteiger interessant.

„Die Wanderung hat ein bisschen mehr als 13 Kilometer und ist als „mittelschwer“ gekennzeichnet – aber ich würde die tatsächlich auch in Richtung „leicht“ bewerten. Die kann von Kindern gegangen werden, also von jungen Familien gegangen werden, von Leuten, die vielleicht nicht ganz so viel Sport machen und nicht ganz so fit sind. Insofern ist das für jedermann und jederfrau eine sehr geeignete Wanderung“, meint Bianca Gade.

Fazit

Am Ende der Tour gelangt Bianca wieder zum Ausgangspunkt nach Leidingen zurück. Ihr Weg führt genau über die Grenze: rechts wohnen Franzosen, links Saarländer – in einer Straße. Ein geteiltes Dorf - einmalig in Deutschland. Längst nicht immer war das Zusammenleben für Deutsche und Franzosen in einem Ort so unkompliziert wie heute. Und vor wenigen Jahrzehnten wäre auch diese Wanderung nicht so ohne weiteres möglich gewesen. Das beeindruckt Bianca:

„Mein persönliches Fazit zum Grenzblickweg lautet: Man ist im positiven Sinne nachdenklich. Die Wanderung beginnt in Frankreich und quasi unmerklich überschreitet man die Grenze nach Deutschland und wenn man bedenkt, dass das nicht immer selbstverständlich war, diese Grenzen zu überschreiten, finde ich, dass wir das heute machen können ganz wunderbar und deswegen im positiven Sinne nachdenklich.“

Links:

www.lebedraussen.com

https://www.outdooractive.com/de/wanderung/saarland/traumschleife-grenzblickweg/14825200/

https://www.urlaub.saarland/Media/Touren/Traumschleife-Grenzblickweg

http://www.wanderinstitut.de/premiumwege/saarland/grenzblickweg/

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