Pilze (Foto: pixababy (CC0))

Der Herbst ist da – Grundkurs Pilze

Pilze haben jetzt Hochsaison, es gibt mehrere Millionen Arten und viele sind essbar. Aber eben nicht alle! Bis zu zehntausend Pilzvergiftungen gibt es jedes Jahr in Deutschland. Worauf sollten Sammler achten? Und welche Rolle spielen Pilze im Ökosystem Wald? Annette Bak hat die Antworten.

Pilze übernehmen wichtige ökologische Funktionen im Wald

Pfifferlinge zum Beispiel verwandeln Laub in Nährstoffe. Andere Pilzarten siedeln an den Wurzeln von Bäumen und gehen mit ihnen Lebensgemeinschaften ein. Ihre Wurzeln umschlingen die Baumwurzeln, so können die Pilze von zuckrigen Baumsäften profitieren. Aber auch der Baum profitiert, durch die Pilzwurzeln kann er mehr Mineralstoffe aufnehmen.

Wir im Saarland - Service: Grundkurs Pilze (10.10.2017)
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Wir im Saarland - Service: Grundkurs Pilze (10.10.2017)

Wie aber kann man essbare von unverdaulichen oder gar giftigen Pilzen unterscheiden?

Von Pilzapps als alleinige Quelle einer sicheren Identifizierung rät der Nabu-Umweltpädagoge Günther von Bünau ab. Die Gefahr, Pilze zu verwechseln, sei einfach zu groß. Denn fast jeder gute Speisepilz hat einen unverdaulichen oder sogar giftigen Doppelgänger und das kann sehr gefährlich werden.

Sein Tipp: mit Pilzexperten zusammen suchen, Pilzexkursionen zum Kennenlernen mitmachen oder selbstgesammelte Pilze einem Pilzexperten vorlegen.

Pilzvergiftungen

Jedes Jahr gibt es bundesweit bis zu 10.000 Pilzvergiftungen. Besonders gefährlich sind Vergiftungen mit Knollenblätterpilzen. Diese Pilze werden immer wieder mit Wiesenchampignons verwechselt. Von Knollenblätterpilzen gibt es mehrere Unterarten, alle sind giftig, einige sogar tödlich.

30g reichen aus, um einen Erwachsenen zu töten. Giftexperten raten deshalb zu besonderer Vorsicht. Bei Beschwerden nach dem Essen von Pilzen sollten Patienten direkt zum Arzt gehen oder bei der Homburger Giftinformationszentrale anrufen. Wichtigste Frage der Ärzte, so Dr. Erol Tutdibi, der Leiter der Giftinformationszentrale, wann sind die Beschwerden aufgetreten. Gerade bei Knollenblätterpilzen treten Vergiftungssymptome frühestens sechs Stunden nach dem Pilzgenuss auf, manchmal vergehen sogar Tage.

Nützliche links:

Informationen über Pilze: https://www.dgfm-ev.de/

Giftinformationszentrale/Kinderklinik Homburg-Saar: http://www.uniklinikum-saarland.de/einrichtungen/kliniken_institute/kinder_und_jugendmedizin/informations_und_behandlungszentrum_fuer_vergiftungen_des_saarlandes/

Pilzsachverständige finden: https://www.dgfm-ev.de/speise-und-giftpilze/pilzberatung/pilzsachverstaendige

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