TdK Technikmuseum Speyer (Foto: SR Fernsehen)

Tour de Kultur: das Technikmuseum in Speyer

Im Auto- und Technikmuseum in Speyer befindet sich die größte Raumfahrtausstellung Europas. Man kann ein Raumschiff besteigen, das schon im Weltall unterwegs war, und in einem Mondfahrzeug sitzen. Sogar ein Stück Mond ist dort zu bestaunen.

Die meisten kennen das Technik Museum genau so… Jedoch gibt es seit einiger Zeit einen neuen Bereich mit eigener Halle und spektakulären Exponaten – wie diesem Raumgleiter BURAN.

Video [Wir im Saarland - Grenzenlos extra, 26.03.2018, Länge: 5:28 Min.]
Das Technikmuseum in Speyer

Reporterin: „Also so aus nächster Nähe habe ich ein Space Shuttle wirklich noch nie gesehen. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass genau diese Maschine auch schon in der Luft war und ich gleich selber rein darf – total spannend.“

Ihr Begleiter heute ist Gerhard Daum – Ausstellungsleiter und Raumfahrtexperte. Er selbst hat schon 55 Starts von Space Shuttles in den USA erlebt. Den Innenraum des Raumgleiters kann man als Besucher von einer Aussichtsplattform betrachten. Unsere Reporterin will zusammen mit Gerhard Daum aber dort hinein.

Reporterin: „Sieht echt abenteuerlich aus. Das ist schon gleich die erste Hürde hier, überhaupt reinzukommen. Wo sind wir denn jetzt hier gelandet mit den ganzen Kabeln – was ist das denn?“

Gerhard Daum: „Hier sind wir in dem Mitteldeck der sowjetischen Raumfähre BURAN.

Reporterin: „Was ist denn da jetzt der Unterschied zum Space Shuttle so wie wir es kennen?“

Gerhard Daum: „Die Amerikaner haben in der zweiten Hälfte der 70er Jahre die US-Raumfähre entwickelt und sind dann 1981 zum ersten Mal bemannt geflogen. Und Anfang der 80er Jahre hat die Sowjetunion auch eine Raumfähre entwickelt, die sieht genauso aus wie die US-Raumfähre und ist dann im November 1988 das erste Mal unbemannt geflogen.“

Ein hundert Tonnen schweres Segelflugzeug

Die BURAN in Speyer diente zur Erprobung von Gleitflug und Landung nach dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre – war aber selbst nie im All. 2008 kam der Raumgleiter von Rotterdam rheinaufwärts nach Speyer, nachdem er schon in Sydney und Bahrain zu sehen war.

Reporterin: „Ganz schöne Kraxelei, hier.“

Gerhard Daum: „Im All ist das einfacher, da schwebt man nur rein…“

Reporterin: „Wie hat man denn jetzt das Space Shuttle gestartet und gelandet?“

Gerhard Daum: „Also die Raumfähre, speziell die amerikanische – da haben wir ja 135 Missionen – ist vertikal als Rakete gestartet, aber gelandet als Segelflugzeug, als 100 Tonnen schweres Segelflugzeug. Und der Kommandant hat praktisch im Endanflug ist die Raumfähre gekommen mit 20 Grad Neigungswinkel, dann hat er sie 15 Sekunden vor dem Aufsetzen in dieses so genannte „Brief Flair“ genommen, das ist so ein bisschen horizontal. Dann kam das Fahrwerk raus, 3mal schneller wie bei einem Verkehrsflugzeug, dann hat er die Raumfähre in das „Full Flair“ genommen, wo die Nase dann angehoben war und dann hat er sie aufgesetzt.“

Wissenschaftliche Tests im All führte man an Bord der amerikanischen Space Shuttles in einem speziellen Modul durch – dem europäischen Spacelab. Dessen Weiterentwicklung – das Labor Columbus – kommt heute auf der Internationalen Raumstation – ISS –  zum Einsatz. Das Faszinierende dabei ist: die jeweiligen Nationen docken einfach nur an unterschiedlichen

Knotenpunkten an – die Module, in denen sie dann arbeiten, sind aber alle miteinander verbunden. Zumindest im All funktioniert das Miteinander.

Reise in die Vergangenheit zur ersten Mondlandung

Reporterin: „So spannend die Raumfahrtgeschichten heute auch sind, es lohnt sich auf jeden Fall auch noch mal einen Blick zurück in die Geschichte zu werfen, z.B. zurück zu den Apollo Missionen und den ersten Mondlandungen, denn das sind eigentlich die Ereignisse des 20. Jh.“

Die Apollo 11 Mission und Neil Armstrong als erster Mensch auf dem Mond waren Meilensteine in der Geschichte der Raumfahrt. Darum ist der jüngste Teil der Ausstellung auch dem Themenbereich Mond gewidmet. Mit originalgetreuen Repliken und einem echten Mondstein, der 3,4 Milliarden Jahre alt ist. Um so ein seltenes Stück zu bekommen, müssen strenge Kriterien der NASA erfüllt werden.

Ein echtes Stück Mond in Speyer

Reporterin: „Was war das jetzt für ein Gefühl, als sie wussten, sie bekommen den Stein und den dann auch wirklich in Händen gehalten haben?“

Gerhard Daum: „Also ich bin ja bei Apollo aufgewachsen, als Jugendlicher habe ich die Mondlandungen erlebt und hätte mir damals jemand erzählt, dass ich mit einem originalen Mondstein mal von Houston nach Frankfurt fliege, den hätte ich einfach für verrückt erklärt. Und wie ich am 6. Mai 2013 zum Flughafen nach Houston bin, da ging die Sache schon ganz spannend los, weil der musste durch nen Sicherheitscheck, aber handkontrolliert werden und die Leute waren da ganz fasziniert von dem Mondstein. Das hat die gar nicht interessiert, wer ich bin, sondern die haben sich nur um den Stein gekümmert.“

Wer einen umfassenden Einblick in die Geschichte der Raumfahrt möchte, der ist im Technikmuseum Speyer goldrichtig. Regelmäßig kommen auch Astronauten und Kosmonauten zu Besuch, die dann von ihren Erlebnissen berichten. Und wer vielleicht doch lieber auf dem Boden bleiben möchte, für den gibt es in Speyer auch viele andere schöne Dinge zu entdecken.“

Weitere Informationen:

Internetseite: speyer.technik-museum.de

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 9 bis 18 Uhr
Samstag und Sonntag: 9 bis 19 Uhr

Eintritt: 
Erwachsene: 16 Euro
Kinder bis 14 Jahre: 13 Euro
Kinder bis 4 Jahre: kostenfrei

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