Sonderausstellung 'Effekthascherei' im Technikmuseum Dynamikum in Pirmasens (Foto: SR 1 / Simin Sadeghi)

Tour de Kultur: Das „Dynamikum“ in Pirmasens

Im „Dynamikum“ oder Science Center Pirmasens, dreht sich alles ums Thema Bewegung. Genau der richtige Ort, um die Kinder mal richtig schön müde zu kriegen oder einen verregneten Tag ebenso spaß- wie lehrreich zu verbringen, in dem man  naturwissenschaftliche Phänomene selbst erkundet – dafür muss man sich allerdings manchmal ganz schön anstrengen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Von der Schuh- zur Wissensfabrik - in den letzten Jahren hat das traditionsreiche Gebäude im Stadtzentrum von Pirmasens eine ganz schöne Verwandlung mitgemacht. Wo früher der Reichtum der Stadt begründet lag, strampeln heute große und kleine Besucher um die Wette. Das Luftkissenfahrrad gehört zu den beliebtesten Exponaten im Dynamikum. Reporterin Julia Leiendecker hat ihre beiden Jüngsten mitgenommen und erkundet mit ihnen zusammen das Museum. Beim Luftkissenfahrrad muss man ordentlich in die Pedale treten, denn ganz von alleine lässt sich Reibung nicht überwinden. „Also wenn Sie ihre Kinder mal so richtig schön müde kriegen wollen, dann ist das Dynamikum in Pirmasens genau der richtige Ort dafür“, stellt Julia Leiendecker mit einem Schmunzeln fest. „Hier geht es darum naturwissenschaftliche Phänomene zu erkunden und dafür muss man sich manchmal ganz schön anstrengen.“

Video [Wir im Saarland - Grenzenlos extra, 26.03.2018, Länge: 4:42 Min.]
Das "Dynamikum" in Pirmasens

„Hier darf man laut sein und rumrennen“

Im ersten Stock geht es vor allem darum, Dinge zu bewegen. Was bedeutet Antritt, wie verhält sich Masse in Bewegung, wie überträgt sich Energie? Fragen über Fragen, denen die Besucher selbst auf die Spur kommen sollen. Bei 160 Exponaten hat man einiges zu tun. Julia Leiendecker trifft den Geschäftsführer des Museums: „Herr Schlicher, was unterscheidet denn jetzt das Dynamikum von anderen Museen?“

„Ja, vor allem, wir sind kein klassisches Museum, bei uns darf man eben alles anfassen und ausprobieren“, antwortet Rolf Schlicher. „Das macht den großen Unterschied – man darf laufen, man darf rennen, man darf auch laut sein und das ist eben das, was sie im klassischen Museum nicht dürfen und das macht den großen Unterschied.“

Manchmal braucht es Geduld

Warum etwas wie funktioniert, kann man auf Tafeln neben den Exponaten nachlesen. Auch wenn es natürlich viel mehr Spaß macht, selbst Hand anzulegen. Zum Beispiel beim Kugel bergauf bewegen. Auch beim 5. Versuch will es der Reporterin nicht glücken. Dennoch probiert sie es weiter. Auch andere Besucher sind angetan: „Ich bin wirklich fasziniert, wie man die Dinge hier begreifen kann, find ich ganz toll gemacht.“ Ein Kind meint: „Also ich mach’s eigentlich so, ich probier‘ die Sachen aus und wenn ich nicht so richtig weiß, wie das geht oder wie das funktioniert, dann lese ich mir’s meistens durch.“

Eine weitere Besonderheit ist das drehende Haus. Eine optische Täuschung, die Kribbeln im Bauch verursacht.

Wettrennen gegen einen Leoparden

Im zweiten Stock geht es vor allem darum sich selbst zu bewegen. Wie machen das Tiere in freier Wildbahn? Hier kann man in ihre Fußstapfen treten, indem man sich die Füße eines Hundes oder eines Pferdes unter die eigenen Füße schnallt. Fahrradfahren mal anders: Im Dynamikum kann man sehen, wie sich die Knochen im Körper bewegen, während man Fahrrad fährt. Und man kann die Wirkung seiner eigenen Körperkraft messen. Zum Beispiel beim Fußballschließen. Auf der Anzeige daneben sieht man, welcher Geschwindigkeit der Ball der Ball fliegt. Oder man erzeugt durch Treten auf einem Fahrrad Energie, die dann eine Glühbirne zum Leuchten bringt oder einen Mixer zum Drehen.

Und die Lieblingsexponate? Zuerst antwortet der Geschäftsführer des Museums, Rolf Schlicher: „Ich hab mehrere Lieblingsexponate, es gehört zum Beispiel das Luftkissenfahrrad dazu, das ist auch ein Exponat, was es nur bei uns in dieser Art weltweit gibt, der Wettlauftunnel ist sehr schön und unser drehendes Haus ist natürlich vom Effekt eine ganz besondere Erfahrung.“

„Also ich find am Coolsten das, wo man gegen die Tiere rennen muss, das ist glaube ich im 2. Stock“, meint ein Junge und macht noch einmal ein Wettrennen gegen die Einblendung eines Leoparden an der Wand neben ihm. Ein etwas älteres Mädchen dagegen hat einen anderen Favoriten: „Also am besten hat mir bis jetzt gefallen das Fahrrad, wo man dann halt selber Sachen mit Antreiben kann.“

Auch draußen Exponate

Damit es im Dynamikum nicht langweilig wird, finden regelmäßig wechselnde Ausstellungen und Workshops statt und man kann im angrenzenden Strecktal auf Entdeckungsreise gehen. Familie Leiendecker hat es vor allem ein Ornithopter angetan, ein riesiger Vogel aus Stahl, dessen Flügel man bewegen kann. Das außergewöhnliche Flugobjekt beruht auf einer Idee von Leonardo da Vinci. Neben weiteren Exponaten gibt es im Park auch eine Disc Golf Anlage mit insgesamt 15 Bahnen. Ähnlich wie beim Golfen muss man einen Parcours mit möglichst wenig Würfen absolvieren und den Frisbee am Ende einputten, allerdings nicht in ein Loch, sondern in einen Fangkorb aus Metall. Mit etwas Übung macht das richtig Spaß, findet Julia Leiendecker. „Das Fazit nach gut 5 Stunden Science Center in Pirmasens – das Dynamikum ist genau der richtige Ort für einen verregneten Sonntag mit der Familie. Wenn sich die Sonne aber trotzdem zeigt, kann ich Ihnen den Abstecher ins Strecktal nur empfehlen – es lohnt sich auf jeden Fall.“

Adresse:

Dynamikum
Im Rheinberger
Fröhnstraße 8
66954 Pirmasens

Telefon: +49 (0) 63 31 / 23943-0
Telefax: +49 (0) 63 31 / 23943-29

E-Mail: info@dynamikum.de

Internet: www.dynamikum.de

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