saarlorlüx: Magenbitter (Foto: SR)

Bekömmlich: ein Magenbitter aus Luxemburg

Der luxemburgische Magenbitter „Buff“ wird nach einem 300 Jahre alten, streng gehüteten Rezept aus 15 Kräutern hergestellt. Jacques Pitz leitet das Unternehmen mit Sitz in Hosingen in vierter Generation. Sein Bitter heißt nicht ohne Grund so, denn in den Likör kommt vergleichsweise wenig Zucker.

Jacques Pitz ist der Hüter des 300 Jahre alten geheimen Rezepts. Das Kräuterelixier soll die Verdauung fördern und bei Magen- und Unterleibsschmerzen helfen. Zu Papier gebracht hat die Formel der Mediziner und Botaniker Herman Boerhaave, damals Professor an der Universität von Leiden. Erfunden hat’s also kein Schweizer, sondern ein Holländer.

„Der Herr Boerhaave, der war kein Geschäftsmann“, erzählt Jacques Pitz. „Er konnte das Produkt nicht vermarkten. Und darum hat er das Rezept an den Herrn Louis Buff übergeben. Das war ein holländischer Offizier. Und der wurde nach Echternach versetzt und hat dort angefangen, den Buff bekannt zu machen.“

Video [Wir im Saarland - Grenzenlos, 08.01.2018, Länge: 4:54 Min.]
Bekömmlich: ein Magenbitter aus Luxemburg

Von Echternach nach Ettelbrück

„Boerhaave’s Magen-Elixier“ hieß das Getränk damals noch. Seit 1932 ist das Rezept im Besitz der Familie Pitz-Schweitzer. Jacques Pitz ist Spirituosen-Fabrikant in der vierten Generation und führt die Firma seit über zwanzig Jahren.

Schon als Jugendlicher hat er seinem Vater geholfen – im Gegensatz zu seinen Geschwistern: „Mein Bruder zeigte kein Interesse, und meine Schwester auch nicht, die sind alle beim Staatsdienst. Und ich habe schon immer während der Ferien in der Firma gearbeitet, habe in der Produktion etikettiert oder bin mit dem Lieferanten rausgefahren.“

Automatisierung der Produktion

Jacques Pitz hat Maschinenbau studiert. Als er das Ruder übernahm, stellte er die Produktion um und kaufte Maschinen fürs Abfüllen und Etikettieren der Flaschen. Bis 2007 wurde in Ettelbrück produziert. Aber das Gebäude war auf Dauer zu klein – und zu unpraktisch.

„Das war nicht mehr zeitgemäß“, sagt Jacques Pitz mit Bedauern in der Stimme. „Das wurde alles Fußgängerzone, und mit den Lastwagen konnten wir nicht mehr hin- und herfahren. Das tut mir leid, dass wir damals fort mussten, weil dieses Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, das hat schon seinen Charme. Aber hier ist alles viel moderner, alles auf einer Ebene, da können wir viel einfacher arbeiten.

Exotische Kräuter

Der neue Firmensitz ist in Hosingen, 25 Kilometer weiter nördlich. Eine Pharmafirma liefert hochkonzentrierten Basisalkohol, der mit Wasser verdünnt wird. Am Ende bleibt ein Alkoholanteil von 40%.

15 verschiedene Kräuter werden hinzugefügt. Die Zusammensetzung verrät Jacques Pitz natürlich nicht. Aber so viel schon: einige Gewürze sind sehr exotisch - wie die Colombowurzel aus Ost-Indien.

Geschmack variiert leicht von Jahr zu Jahr

„Es ist immer noch die gleiche Rezeptur“, betont der Spirituosen-Hersteller. „Da haben wir nichts geändert. Das einzige was ist: von Jahr zu Jahr ändert ein wenig die Ernte, manchmal geben die Kräuter mehr Essenzen ab als andere Jahre, und dann ist der Buff ein wenig bitterer oder mehr bitter.“

Zwei Wochen lang wirken die Kräuter ein, dann wird der fast fertige Bitter abgepumpt, und der Kräuterkuchen, der sich im Filter abgesetzt hat, zusätzlich gepresst. Diese Flüssigkeit wird mehrmals gefiltert, bis keine Rückstände mehr drin sind und dann zum Bitter hinzugefügt. Als letztes kommen Zucker und Glukose rein. Im Gegensatz zu anderen Magenbittern aber sehr wenig. Das heißt, der Buff ist im wahrsten Sinne des Wortes bitter.

Aperitif oder Digestif

Getrunken werden kann er vor oder nach dem Essen. Mit Mineralwasser verdünnt und vielleicht mit etwas Sirup versehen, eignet er sich als Aperitif. Auf Eis oder pur als Digestif.

So trinkt ihn auch der Chef: „Ich trinke ihn meistens nach dem Essen oder so abends nach einem anstrengenden Tag vor dem Fernseher, so richtig gemütlich einen Buff, dann schlafe ich nachher gut. – Manchmal werden es auch zwei“, lacht er.

Adresse:

Pitz-Schweitzer
Vins & Spiritueux
ZAER op der Hei, 33
L-9809 Hosingen

Tel: 00352/ 812 204

Email: info@pitz-schweitzer.lu

Internet: www.pitz-schweitzer.lu

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