Villa Granite (Foto: SR)
Villa Granite

Ferien beim Nachbarn: Eine alte Villa in den Vogesen

Die Villa Granité in Saulxures-sur-Moselotte liegt in der Nähe des Stausees „Lac de la Moselotte“. Pascal Vuillaume und seine Frau Valérie haben das hundert Jahre alte Gebäude restauriert und möbliert. Ihr nächstes Projekt sind Gästezimmer auf Costa Rica, denn dort besitzen die beiden bereits ein eigenes Ferienhaus.

Pascal Vuillaume ist passionierter Sportler und in seiner Freizeit oft in der Natur. Um eine schöne Tour zu machen, hat er es nicht weit. Die Berge und der Stausee „Lac de la Moselotte“ bei Saulxures liegen direkt um die Ecke. „Ich liebe es auf diese Weise die Vogesen zu erleben“, schwärmt Pascale. „Beim Laufen oder Radfahren von der Natur berührt zu werden. Mit ihr eins zu werden.“

Video [Wir im Saarland - Grenzenlos, 04.12.2017, Länge: 5:33 Min.]
Ferien beim Nachbarn: Eine alte Villa in den Vogesen
Die Villa Granité in Saulxures-sur-Moselotte liegt in der Nähe des Stausees „Lac de la Moselotte“. Pascal Vuillaume und seine Frau Valérie haben das hundert Jahre alte Gebäude restauriert und möbliert. Ihr nächstes Projekt sind Gästezimmer auf Costa Rica, denn dort besitzen die beiden bereits ein eigenes Ferienhaus.

Ein großes Stück Arbeit

Der Name „Villa Granité“ war schnell gefunden, denn das hundert Jahre alte Gebäude ist auf Granitstein gebaut. Vor sechs Jahren suchten Pascal und seine Frau Valérie ein Haus, in dem sie Gästezimmer einrichten wollten und stießen auf die schon recht heruntergekommene Villa. Einst war sie für einen leitenden Angestellten der örtlichen Textilfabrik gebaut worden. Nun mussten Dach, Fassade und Fenster renoviert werden – aber das schreckte die beiden nicht wirklich ab. Valérie erinnert sich noch gut: „An dem Tag, als wir die Schlüssel in der Hand hatten, eine Runde durch das Haus gingen und den Zustand im Detail gesehen haben, dachten wir nur: „Wow, das gibt Arbeit“. Aber gut. Wir haben es geschafft.“

Gastgeber mit künstlerischer Ader

Viele Möbel im Aufenthaltsraum, aber auch in den Zimmern hat Pascal selbst gefertigt oder restauriert. Er ist Tischler und arbeitet im Nachbarort. Aber nicht nur das. Auch die Bilder sind von ihm. Gemalt nach Fotografien – oft von Urlaubsorten. Die Technik hat sich Pascal selber beigebracht. „Die Malerei ist mir ein inneres Bedürfnis“, sagt Pascale während er malt. „Dabei leere ich mich sozusagen aus. Ich improvisiere. Im Moment inspiriert mich vor allem Costa Rica. Dort waren wir das erste Mal auf unserer Hochzeitsreise vor drei Jahren. Das Land hat uns ungeheuer gefallen. Die Landschaft ist einfach großartig und authentisch.“

Kreative Einrichtung mit vielen Details

Ein Doppelzimmer in der Villa kostet zwischen 65 und 75 Euro die Nacht. Valérie war Sprechstundenhilfe und hatte früher schon mal ein Gästehaus mit fünf Zimmern. Weil ihr das zu unpersönlich war, hat sie hier nur noch drei eingerichtet. „Die erste Etage hier war ein Speicher“, erinnert sie sich. „Es gab nicht mal Dielen – gar nichts. Als wir die alten Fensterläden entfernt hatten, dachten wir uns, die schmeißen wir nicht weg, sondern machen daraus das Kopfteil fürs Bett. Wir haben sie abgebeizt und ansonsten so belassen. Die restliche Deko dieses Zimmers haben wir dann darauf abgestimmt. Für das Zimmer Saint-Exupéry haben mich Industriemöbel gereizt. Die Idee, es nach dem Schriftsteller zu benennen, kam erst später. Nach und nach habe ich die Möbel auf Flohmärkten gefunden. Dann dachte ich – das Flugzeug passt gut und später fand ich noch viele Kleinigkeiten, wie den Fliegerkopf.”

Die Nachttische stammen aus der Textilindustrie. In den Tonnen wurde Rohbaumwolle gelagert und transportiert.

Textilmuseum im Nachbarort Ventron

Im Nachbarort Ventron ist in der alten Textilfabrik aus der Mitte des 19. Jahrhunderts ein Museum eingerichtet worden. Auf zwei Etagen standen hier je 44 mechanische Webstühle. Angetrieben wurden sie zunächst durch Wasserkraft, später von einer riesigen Dampfmaschine.  Heute umfasst die Sammlung historische Webstühle und Spinnmaschinen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Besucher erfahren, wie die Verarbeitung vom Baumwollballen zu Garn und weiter zu Leinen funktionierte. Anfang des 20. Jahrhunderts gab noch über 200 Textilfabriken in den Vogesen. Die meisten – auch die von Ventron – mussten wegen der internationalen Konkurrenz in den 50er Jahren aufgeben.

Weitere Gästezimmer auf Costa Rica geplant

Zurück in die Villa Granité zum Aperitiv. Pascal und Valerie sind gedanklich bereits bei ihrem nächsten Projekt: Ein weiteres Gästehaus auf Costa Rica. Neben einem traditionellen Haupthaus, das sie für sich hergerichtet haben, wollen sie ab diesem Jahr zwei Stelzenhäuser an Gäste vermieten. Deshalb fliegt Valerie regelmäßig nach Lateinamerika: „Das Leben ist komplett unterschiedlich. Ich liebe es, morgens aufzustehen, mir Flip-Flops anzuziehen und mir um nichts Gedanken zu machen. Auch nicht darum, welches Wetter wohl ist. Ich habe mein Pferd, auf dem ich jederzeit zum Strand reiten kann. Das alles ist wunderbar.“ Pascale nickt und fügt hinzu: „Ich habe das Gefühl wir sind dort viel ausgeglichener - ganz entspannt.“

So kochen sie diesen Winter noch Elsässischen Bäckeofen zum Abendessen. Aber irgendwann, in nicht allzu ferner Zukunft - so der Plan von Valérie und Pascal, werden ihre Gäste sie nur noch das halbe  Jahr hier in den Vogesen antreffen – ansonsten in ihrem neuen Gästehaus auf Costa Rica.

Adresse

Villa Granité

Valérie Baran und Pascal Vuillaume
254, rue pasteure
F-88290 Saulxures-sur-Moselotte

Telefon: 0033 (0)3 29 26 55 13 oder 0033 (0)6 89 85 24 66

Internet: www.chambredhotevosges.com

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