Naturkundemuseum Luxemburg (Foto: SR)

Tour de Kultur: Das wiedereröffnete Naturkundemuseum in Luxemburg

Fast zwei Jahre haben die Renovierungsarbeiten im Luxemburger Nationalmuseum für Naturgeschichte gedauert. Reporterin Julia Leiendecker lässt sich durch die neu gestaltete Dauerausstellung führen. Außerdem besucht sie einen der Workshops des Museums, in dem die Teilnehmer Kürbisse schnitzen und gemeinsam Suppe kochen.

Das Naturkundemuseum oder „Naturmusée“ will Interesse für die Umwelt wecken und das mit ungewöhnlichen Einblicken. Bei einem Rundgang taucht der Besucher ein in die Entstehungsgeschichte unseres Planeten. Wie konnten sich Atmosphäre, Kontinente und Ozeane entwickeln? Spannende Fragen - anschaulich erklärt. Reporterin Julia Leiendecker ist mit zwei Kindern unterwegs:

„Also, was einem in der neuen Ausstellung direkt auffällt, ist, dass man so richtig chronologisch von Anfang an mitgenommen wird. Das beginnt mit der Entstehung unseres Planeten, das geht weiter mit der Verschiebung der tektonischen Platten und da geht es natürlich auch um die Entstehung des Lebens und wie das hier präsentiert wird, da bin ich schon ganz gespannt.“

Video [Wir im Saarland - Grenzenlos, 13.11.2017, Länge: 5:48 Min.]
Tour de Kultur: Das wiedereröffnete Naturkundemuseum in Luxemburg

Ausgestopfte Tiere, Fossilien und Mitmachstationen

Wo beginnt Leben? Ab wann wird eine Ansammlung von Molekülen zu etwas, das lebt? Und das uns erstaunliche Fossilien hinterlässt, die ebenfalls in der Dauerausstellung zu sehen sind. Eine Reise in vergangene Welten gibt Antworten. Um die Themen Entstehungsgeschichte und Artenvielfalt von möglichst vielen Seiten zu beleuchten, haben bei der Neugestaltung alle wissenschaftlichen Abteilungen des Museums eng zusammengearbeitet, erklärt Patrick Michaely vom Naturkundemuseum Luxemburg:

„Vorher war es natürlich auch schon ein naturhistorisches Museum, erster Schwerpunkt, der natürlich auch über Evolution und Biodiversität etwas bringen sollte. Das war den Leuten aber sehr oft nicht so richtig bewusst. Und das haben wir jetzt grundlegend geändert. Das heißt, man kommt jetzt in ein fast neues Museum, die Ausstellungen wurden also wirklich komplett neu konzipiert und man geht nachher auch mit dem Gewissen raus, man hat etwas über Evolution und Biodiversität dazugelernt.“

Biodiversität, also Artenvielfalt, ist das Thema in der oberen Etage. Hunderte von großen und kleinen Tieren stehen stellvertretend für gut 10 Millionen Lebensformen. Zu diesem Themenbereich gehört auch die Frage, wie sich Tiere und Pflanzen an ihre Umwelt anpassen und erfolgreich fortpflanzen. Gerade bei jungen Besuchern kommen die interaktiven Stationen und die vielen Mitmachprogramme im Museum gut an – aber nicht nur die…

  • „Also ich fand die Projekte hier ganz toll und auch die Ausstellungen von den ganzen Tieren und die ganzen Texte dazu.“
  • „Ich find auch cool das mit den Tieren, dass die hier so zahlreich ausgestellt sind, aber ich mag sie lebendig lieber.“

Workshops zu vielen unterschiedlichen Themen

„Was es hier auch noch gibt, sind zahlreiche Workshops vor allem für Kinder, aber nicht nur für die, sondern auch für Erwachsene“, stellt Julia Leiendecker bei ihrem Museumsbesuch fest und nimmt selbst an einem davon Teil. „Zurzeit geht es hier ganz herbstlich zu, da werden z.B. Nussknacker gebastelt oder aber Kürbisköpfe geschnitzt und man erfährt natürlich auch, woher diese Traditionen eigentlich kommen.“

Nachdem die Workshop-Teilnehmer erstmal lernen, zu welcher Pflanzengattung Kürbisse gehören und was Halloween-Bräuche mit den Kelten zu tun haben, dürfen sie endlich Hand anlegen. Gut 15 Kürbisse werden zerteilt und ausgehöhlt. Ein mühsames Unterfangen, aber Biologin Michelle Schartz hat spezielles Werkzeug, mit dem es leichter geht:

Also am liebsten mögen die Kinder und Jugendlichen, wenn sie selber was machen können, also wir versuchen immer natürlich einen Teil Theorie reinzubringen, damit sie auch Hintergrundwissen zu dem praktischen Teil kriegen. Aber dann, wenn sie selber was anfassen dürfen, selber was machen können, das kommt immer sehr gut an.“

Theoretisches Wissen und Praxis verbinden

Ganz nebenbei entsteht bei der heutigen Aktion auch noch eine Kürbissuppe – die Grundzutat ist schließlich reichlich vorhanden. Dann dürfen alle ihrer Fantasie freien Lauf lassen. 3 Stunden dauert der Workshop - Unterrichtssprache ist luxemburgisch.

Je nach Teilnehmerzahl und Nachfrage aber auch Veranstaltungen auf Deutsch oder Französisch. Das komplette Kursprogramm findet man auf der Internetseite. Mit einer dampfenden Schale sitzt Reporterin Julia Leiendecker vor den schaurigen Kürbisgeistern:

„Also wirklich lecker unsere Kürbissuppe, aber es war auch eine ganz schöne Mühe den Kürbis auszuhöhlen muss ich sagen. Das Allerbeste, jeder kann seinen selbst geschnitzten Gruselkürbis auch mit nach Hause nehmen und ein paar Wochen lang die Nachbarn erschrecken, das heißt, der Museumsbesuch wirkt noch lange nach.“

Adresse:

Nationalmuseum für Naturgeschichte – ‘natur musée’
25, rue Münster
L-2160 Luxemburg
Telefon: +352 46 22 33-1
Fax: +352 46 22 33-309
E-Mail: musee-info@mnhn.lu
Internet: www.mnhn.lu

Öffnungszeiten
dienstags: 10-20 Uhr (freier Eintritt ab 18 Uhr)
mittwochs-sonntags : 10-18 Uhr
24/12 und 31/12 : 10-16.30 Uhr
geschlossen: montags, 1. Januar, 1. November, 25. Dezember, morgens von 10-12 Uhr nach der Museumsnacht

Eintrittspreise
Erwachsener: 5 €
Ermäßigung: 3 € für Senioren ab 65 Jahre und Menschen mit Behinderung
Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 21 Jahren und Studenten mit einer gültigen Studentenkarte unter 26 Jahren

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