Leidenschaft en miniature : Deutsch-Französisches Tischfußballtreffen in Ottweiler

Tischfußball (Foto: Stefanie Otto)

Schon zum achten Mal treffen sich in Ottweiler deutsche und französische Tischfußballer zu einem hochkarätigen Turnier. Fast 100 Teams werden in den Kategorien Junioren, Damen, Senioren und Doppel antreten. Dazu haben sich schon so namhafte Spieler wie der frühere Weltmeister Sébastian Meckes aus Frankreich angemeldet. Zwar geht es bei dem Turnier um Punkte für die Weltrangliste, doch auch die Begegnung und der Austausch mit den Kicker-Fans aus dem Nachbarland ist den Vereinsmitgliedern vom OTC Ottweiler wichtig. Stefanie Otto ist in den Kosmos des "babyfoot" eingetaucht.

Das hier ist kein Kneipentreff. Und auch kein Pausenhof. Hier muss jeder Griff sitzen. Denn es geht um Punkte für die Weltrangliste. Das Besondere an diesem Turnier: es ist ein deutsch-französisches Treffen. Und das hat in Ottweiler Tradition. Keiner weiß das besser als Josef Cornelius, der viele Jahre der Vorsitzende des OTC Ottweiler war:

„Ende der Neunziger, Anfang der Zweitausender hat sich der internationale Verband gegründet. Der Tischfußball-Weltverband. Mittlerweile sind da über 70 Nationen angegliedert. Damals war das überwiegend in Frankreich. Man hat dann versucht, ein Weltranglisten-Turnier außerhalb von Frankreich zu machen. Wir haben uns dann angeboten und haben die deutsch-französischen Tischfußballtage 2005 ins Leben gerufen. Also das erste Weltranglisten-Turnier auf deutschem Boden mit französischem Tisch.“

Video [Wir im Saarland - Grenzenlos, 11.09.2017, Länge: 3:59 Min.]
Leidenschaft en miniature : Deutsch-Französisches Tischfußballtreffen in Ottweiler

Der französische Tisch heißt nach seinem Hersteller „Bonzini“ und ist den Saarländern vertraut.

Verbunden durch langjährige Freundschaft

Ein langjähriger Besucher des Treffens ist Sebastien Meckes aus Frankreich. Der mehrfache Weltmeister ist Weltranglistenerster im Einzel-Spiel und hat sich hier schon vier Mal die Siegertrophäe erkämpft. Sein Heimatverein in Hoenheim bei Straßburg hat mittlerweile enge Kontakte zu den Ottweiler Tischfußballern, erzähltSebastien Meckes:

„Die Spieler aus Ottweiler kenne ich gut. Sie kommen oft zu uns nach Frankreich, zum Beispiel zu dem Turnier bei Straßburg, das wir jährlich veranstalten. Und dann treffen wir uns hier in Ottweiler, in St. Wendel und bei anderen Turnieren in Frankreich.“

Josef Cornelius ist nicht nur der Vater dieser deutsch-französischen Freundschaft. Er spielt selbst ganz oben mit und bringt zusammen mit seinem Bruder regelmäßig den Weltmeistertitel nach Ottweiler.

Kleine Unterschiede in der Technik

Über die feinen kleinen Unterschiede zwischen dem deutschen Tischfußball und dem französischen „babyfoot“ sind sich der Deutsche Josef Cornelius und der Franzose Sebastien Meckes nicht ganz einig.

Josef Cornelius: „Die Saarländer spielen mehr aus dem Handgelenk. Und die Franzosen, die rollen die Stange mehr ab und schießen dadurch fester.“

Sebastien Meckes: „Natürlich gibt es einen deutschen und einen französischen Stil. Die Deutschen spielen sehr vorbildlich, aber ein wenig kopflastig. Sie nehmen sich immer Zeit. Die Franzosen spielen mehr so Olé Olé Olé, aber auch professionell. Man muss nur zuschauen, um die unterschiedlichen Stile zu erkennen.“

Reizvoll: Internationale Gäste empfangen

Tischfußball ist offen für alle. Der Jüngste an diesem Tag ist gerade Mal zehn Jahre alt. Bei den Senioren geht es bis an die Siebzig. Herren sind genauso willkommen wie Damen und können auch in gemischten Teams spielen. Neben den Franzosen kommen mittlerweile Teilnehmer aus ganz Europa nach Ottweiler. Das macht für Josef Cornelius, Weltranglistenerster im Doppel der Senioren, auch den Reiz des Ganzen aus:

„Wenn ich diese internationale Ebene nicht spielen würde, hätte ich schon lange aufgehört. Aber diese Geschichte ist einfach toll, wenn man Gäste hat. Ich hab nen guten Freund, Giuliano Bentivoglio aus Belgien, der bei meinem Bruder übernachtet. Und die Blagovesta Gerova ist ne tolle Dame, die bei der Weltrangliste ganz oben steht. Wir kennen uns seit ein paar Jahren. Sie übernachtet bei mir. Andere übernachten bei Freunden. Und auch diese Freunde: die stehen sich heute gegenüber, müssen gegeneinander spielen. Aber danach ist die Welt in Ordnung. Und das ist das Schöne bei dieser Art Turniere auf internationalem Level.“

Schön ist auch, wenn man dann noch einen Pokal mit nach Hause nehmen kann. Manch einem gefällt es so gut, dass er gleich da bleibt bis zum nächsten Wochenende.

Weitere Informationen

OTC Ottweiler
Telefon: 0172-7456609
E-Mail: info@otc-ottweiler.de
Internet: www.otc-ottweiler.de
Weitere internationale Tischfußballturniere im Saarland:
14.-17.09.2017 World Series Turnier
und European Champions League 2017 in Sankt Wendel
Internet: www.tfc-st-wendel.de

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