Eine Haflinger-Stute und ihr Fohlen (Foto: dpa)

Gesundes aus der Natur: Bio-Stutenmilch aus Lothringen

Dominique Vogel war die erste in Frankreich, die Stutenmilch in Bio-Qualität produzierte. Auf ihrem Hof in Volmunster, nahe der deutschen Grenze, leben etwa einhundert Haflinger. Er heißt „Domaine de la Voie Lactée“ – was so viel bedeutet, wie Hof an der Milchstraße. Die Milch verkauft Dominique Vogel im Hofladen und übers Internet. Vor allem Krebspatienten gehören zu ihren Kunden, aber auch Gesunde nutzen die Stutenmilch als Aufbaukur. Außerdem wird die Stutenmilch zu Kosmetika weiterverarbeitet.

Pferde sind ihre große Leidenschaft. Mit vier Jahren hat Dominique Vogel zum ersten Mal auf einem Pferd gesessen und wurde schließlich Turnierreiterin. Zwölf Jahre später eröffnete sie eine Stutenmilchfarm. „Auf einer unserer Turnierreisen haben wir so etwas zum ersten Mal gesehen“, erzählt Dominique Vogel. „Das war in Deutschland. Wir waren sofort begeistert und haben dann beschlossen, das auch zu machen.“

Video [Wir im Saarland - Grenzenlos, 04.09.2017, Länge: 5:44 Min.]
Gesundes aus der Natur: Bio-Stutenmilch aus Lothringen

Gemolken wird im Sommer

Theoretisch kann man alle Pferderassen melken. Die Vogels haben sich für Haflinger entschieden, weil das sehr ruhige und umgängliche Tiere sind. Das Melken übernimmt Dominiques Mann Patrick gemeinsam mit den Kindern Guillaume und Eléonore.

Die Fohlen werden im Frühling geboren. Die Melksaison beginnt aber erst Ende Juli und dauert bis Ende August. Denn die Vogels arbeiten biodynamisch und melken deshalb nur während der letzten 5 Wochen, in denen die Stuten Milch geben.

Weil die Fohlen erst einmal die Milch ihrer Mütter brauchen, um gut zu wachsen und kräftig zu werden“, erklärt Patrick Vogel, während er vorsichtig die Saugnäpfe der Melkmaschine an den Euter einer Stute setzt.

Anders als Kühe werden Pferde fünf Mal am Tag gemolken. Ihr Euter ist kleiner und hat nur zwei Zitzen. Da Pferde keine Wiederkäuer sind und nur einen Magen haben, ist ihre Milch auch lange nicht so fetthaltig, wie die von Kühen. Käse und Yoghurt kann man daraus nicht machen. Viele Menschen – kranke wie gesunde – schätzen sie aber als Aufbaukur, so Dominique Vogel: „Vor allem Menschen mit schweren gesundheitlichen Problemen, die mit Entzündungen einher gehen, trinken Stutenmilch. Sie verbessert ihren Zustand sehr deutlich. Oder Krebspatienten, die ihre Chemotherapie nicht gut vertragen. Das sind achtzig Prozent unserer Kunden. Wenn sie gleichzeitig Stutenmilch trinken, fühlen sie sich besser und können wieder ein fast normales Leben führen.“

Energie und Schönheit von innen und außen

Etwa viereinhalb Liter Milch gibt ein Haflinger pro Tag. Insgesamt werden auf dem Hof täglich etwa 100 Liter produziert. Einen Teil davon füllt Dominique Vogel sofort in Beutel ab. Eine Monats-Aufbau-Kur mit 30 Beuteln kostet um die 200 Euro.

Ein weiterer Teil wird gefriergetrocknet. Und der Rest in die Normandie verschickt und dort zu Kosmetika weiterverarbeitet: Zu Seifen, Shampoos oder Anti-Aging-Cremes. Dominique Vogel benutzt die Cremes selbst jeden Morgen: „Stutenmilch hat sehr gute kosmetische Eigenschaften. Seit der Antike, seit Kleopatra wird sie dafür geschätzt, die Schönheit und das jugendliche Aussehen der Haut zu erhalten.“

Die Bio-Kosmetika kosten zwischen 16 und 47 Euro. Dominique Vogel verkauft sie auch im Internet. Von den guten Inhaltsstoffen der Pferdemilch ist sie überzeugt: „Sie enthält alle Vitamine, die es in der Natur gibt. Außerdem mehrfachgesättigte Fettsäuren, wie Omega3, Omega6 und Omega9. Sie enthält sehr nahrhafte Aminosäuren. Reine Aminosäuren, die nicht zu Eiweißen verbunden sind und die zum Beispiel eine große Bedeutung für das Hormonsystem haben.“

Genau wie bei anderen Produkten auch, ist es wichtig, dass die Qualität der Rohstoffe stimmt. Die Stuten bekommen jeden Morgen frische Lupinen zu gefüttert. Die enthalten viel Eiweiß und Zucker. Familie Vogel hat eigene Felder und achtet streng auf biologischen Anbau. „Die Zitze ist wie ein Ventil, um Giftstoffe wieder auszustoßen“, erklärt Frau Vogel. „Wenn die Pferde chemische Substanzen aufnehmen, wie sie normalerweise auf den Feldern eingesetzt werden, dann gelangen sie in die Milch.“

„Mit Pferden vergisst man seine Sorgen“

In dem Produkt Pferdemilch steckt jede Menge Arbeit. Vor allem in den 5 Wochen Melkzeit müssen alle mit anpacken. Auch Sohn Guillaume und Tochter Eléonore, die eigentlich gern ihre Sommerferien genießen würde: „Manchmal ist es hart“, gesteht sie. „Aber wenn man sich um die Pferde kümmert, sie striegelt, Zeit mit ihnen verbringt, dann baut man auch eine Beziehung zu ihnen auf.“

Diese Nähe zwischen Mensch und Tier hilft auch Dominique Vogel, die 16-Stunden-Arbeitstage in der Melkphase zu überstehen. „Mit diesen Tieren vergisst man seine Sorgen“, schwärmt Dominique Vogel. „Mit den Pferden ist man ganz im Hier und Jetzt. Dadurch kann man viele andere Dinge einfach ausblenden. Wenn man Zeit mit ihnen verbringt, sie pflegt und sich um sie kümmert, dann geben sie einem so viel Liebe zurück. Das ist wunderbar.“

Familie Vogel ist der Beweis: Das Glück der Erde liegt eben doch auf dem Rücken der Pferde.

Adresse:

Jumenterie Bio du Domaine de la Voie Lactée
Rue de la Forêt
Eschviller
57720 Volmunster
Frankreich
Telefon : 0033 (0)3 87 96 77 37
Fax : 0033 (0)3 87 96 77 38
Mobil : 0033 (0)6 38 66 41 45
Internet: www.jumvoilac.com

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