Wir im Saarland - Grenzenlos (04.09.2017)

Wir im Saarland - Grenzenlos

 

Wir im Saarland - Grenzenlos hat sich in dieser Woche mit Bio-Stutenmilch aus Lothringen beschäftigt, ein umweltfreundliches Rock-Konzert begleitet und sich im Wald von Kulturen inspirieren lassen.

Sendung: Montag 04.09.2017 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Eine Haflinger-Stute und ihr Fohlen (Foto: dpa)

Gesundes aus der Natur: Bio-Stutenmilch aus Lothringen

Dominique Vogel war die erste in Frankreich, die Stutenmilch in Bio-Qualität produzierte. Auf ihrem Hof in Volmunster, nahe der deutschen Grenze, leben etwa einhundert Haflinger. Er heißt „Domaine de la Voie Lactée“ – was so viel bedeutet, wie Hof an der Milchstraße. Die Milch verkauft Dominique Vogel im Hofladen und übers Internet. Vor allem Krebspatienten gehören zu ihren Kunden, aber auch Gesunde nutzen die Stutenmilch als Aufbaukur. Außerdem wird die Stutenmilch zu Kosmetika weiterverarbeitet. [mehr]


Dach mit Solarzellen  (Foto: dpa)

Strom aus der Natur: Rockkonzert allein mit Solarenergie

Konzerte verbrauchen sehr viel Energie für Lichttechnik, Verstärker und Catering. „WE ARE ROME“, eine junge Band aus dem Hunsrück will einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und hat einen Versuch gestartet: Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Hochschule Bingen haben sie ein Konzert veranstaltet, bei dem die Energie allein aus Solarzellen gewonnen wurde. [mehr]


Vent des Forets - Kunstwerk (Foto: SR)

Inspiration aus der Natur: Wandern entlang von Skulpturen

Weit ab der Zivilisation, in einem lothringischen Wald bei Saint-Mihiel, findet man das Kunstprojekt „Vent des Forets“ - der „Wind der Wälder“. Seit 20 Jahren kommen jeden Sommer Künstler in die Gegend und gestalten neue Skulpturen entlang der Rundwanderwege. Solange wohnen die Künstler bei Einheimischen, die sich mit viel Engagement um den Erhalt der Werke kümmern. In einem davon kann man sogar mitten im Wald übernachten. [mehr]


Villa Sequoia (Foto: SR)

Ferien beim Nachbarn: Lothringische Jugendstilvilla inmitten eines Parks

Hélène Lalegerie ist eher durch Zufall auf die Villa Séquoïa gestoßen, als sie ihren Sohn in die lothringische Provinz begleitete. Sie verfiel sofort dem Charme der Jugendstil-Villa und weil sie ohnehin gelangweilt war vom Leben in Paris, kaufte sie das alte Gemäuer und zog aufs Land. Das Erdgeschoss hat sie für ihre Gäste hergerichtet. Jedes Zimmer in einer anderen Farbe und im Stil des Art Nouveau. [mehr]


Im Interview: Patrick Oppelt vom Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e.V. über die Einführung einer Umweltplakette für PKW in Frankreich. [zum Interview]


WimS - KURZ & GUT (Foto: SR)

Kurz und Gut

Tipps und Trends aus der Großregion. [mehr]


Interview mit Patrick Oppelt vom Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e.V.  (Foto: SR)

Umweltplaketten für Frankreich

Patrick Oppelt vom Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e.V. berichtet im Interview über die Einführung einer Umweltplakette für PKW in Frankreich. [zum Interview]

Zonen mit eingeschränktem Verkehr


Moderation: Jochen Erdmenger

Die Moderatoren des neuen Vorabends: Jochen Erdmenger, Susanne Gebhardt und Marcel Lütz-Binder. (Foto: SR)

Eine Haflinger-Stute und ihr Fohlen (Foto: dpa)

Gesundes aus der Natur: Bio-Stutenmilch aus Lothringen

Dominique Vogel war die erste in Frankreich, die Stutenmilch in Bio-Qualität produzierte. Auf ihrem Hof in Volmunster, nahe der deutschen Grenze, leben etwa einhundert Haflinger. Er heißt „Domaine de la Voie Lactée“ – was so viel bedeutet, wie Hof an der Milchstraße. Die Milch verkauft Dominique Vogel im Hofladen und übers Internet. Vor allem Krebspatienten gehören zu ihren Kunden, aber auch Gesunde nutzen die Stutenmilch als Aufbaukur. Außerdem wird die Stutenmilch zu Kosmetika weiterverarbeitet.

Pferde sind ihre große Leidenschaft. Mit vier Jahren hat Dominique Vogel zum ersten Mal auf einem Pferd gesessen und wurde schließlich Turnierreiterin. Zwölf Jahre später eröffnete sie eine Stutenmilchfarm. „Auf einer unserer Turnierreisen haben wir so etwas zum ersten Mal gesehen“, erzählt Dominique Vogel. „Das war in Deutschland. Wir waren sofort begeistert und haben dann beschlossen, das auch zu machen.“

Video [Wir im Saarland - Grenzenlos, 04.09.2017, Länge: 5:44 Min.]
Gesundes aus der Natur: Bio-Stutenmilch aus Lothringen

Gemolken wird im Sommer

Theoretisch kann man alle Pferderassen melken. Die Vogels haben sich für Haflinger entschieden, weil das sehr ruhige und umgängliche Tiere sind. Das Melken übernimmt Dominiques Mann Patrick gemeinsam mit den Kindern Guillaume und Eléonore.

Die Fohlen werden im Frühling geboren. Die Melksaison beginnt aber erst Ende Juli und dauert bis Ende August. Denn die Vogels arbeiten biodynamisch und melken deshalb nur während der letzten 5 Wochen, in denen die Stuten Milch geben.

Weil die Fohlen erst einmal die Milch ihrer Mütter brauchen, um gut zu wachsen und kräftig zu werden“, erklärt Patrick Vogel, während er vorsichtig die Saugnäpfe der Melkmaschine an den Euter einer Stute setzt.

Anders als Kühe werden Pferde fünf Mal am Tag gemolken. Ihr Euter ist kleiner und hat nur zwei Zitzen. Da Pferde keine Wiederkäuer sind und nur einen Magen haben, ist ihre Milch auch lange nicht so fetthaltig, wie die von Kühen. Käse und Yoghurt kann man daraus nicht machen. Viele Menschen – kranke wie gesunde – schätzen sie aber als Aufbaukur, so Dominique Vogel: „Vor allem Menschen mit schweren gesundheitlichen Problemen, die mit Entzündungen einher gehen, trinken Stutenmilch. Sie verbessert ihren Zustand sehr deutlich. Oder Krebspatienten, die ihre Chemotherapie nicht gut vertragen. Das sind achtzig Prozent unserer Kunden. Wenn sie gleichzeitig Stutenmilch trinken, fühlen sie sich besser und können wieder ein fast normales Leben führen.“

Energie und Schönheit von innen und außen

Etwa viereinhalb Liter Milch gibt ein Haflinger pro Tag. Insgesamt werden auf dem Hof täglich etwa 100 Liter produziert. Einen Teil davon füllt Dominique Vogel sofort in Beutel ab. Eine Monats-Aufbau-Kur mit 30 Beuteln kostet um die 200 Euro.

Ein weiterer Teil wird gefriergetrocknet. Und der Rest in die Normandie verschickt und dort zu Kosmetika weiterverarbeitet: Zu Seifen, Shampoos oder Anti-Aging-Cremes. Dominique Vogel benutzt die Cremes selbst jeden Morgen: „Stutenmilch hat sehr gute kosmetische Eigenschaften. Seit der Antike, seit Kleopatra wird sie dafür geschätzt, die Schönheit und das jugendliche Aussehen der Haut zu erhalten.“

Die Bio-Kosmetika kosten zwischen 16 und 47 Euro. Dominique Vogel verkauft sie auch im Internet. Von den guten Inhaltsstoffen der Pferdemilch ist sie überzeugt: „Sie enthält alle Vitamine, die es in der Natur gibt. Außerdem mehrfachgesättigte Fettsäuren, wie Omega3, Omega6 und Omega9. Sie enthält sehr nahrhafte Aminosäuren. Reine Aminosäuren, die nicht zu Eiweißen verbunden sind und die zum Beispiel eine große Bedeutung für das Hormonsystem haben.“

Genau wie bei anderen Produkten auch, ist es wichtig, dass die Qualität der Rohstoffe stimmt. Die Stuten bekommen jeden Morgen frische Lupinen zu gefüttert. Die enthalten viel Eiweiß und Zucker. Familie Vogel hat eigene Felder und achtet streng auf biologischen Anbau. „Die Zitze ist wie ein Ventil, um Giftstoffe wieder auszustoßen“, erklärt Frau Vogel. „Wenn die Pferde chemische Substanzen aufnehmen, wie sie normalerweise auf den Feldern eingesetzt werden, dann gelangen sie in die Milch.“

„Mit Pferden vergisst man seine Sorgen“

In dem Produkt Pferdemilch steckt jede Menge Arbeit. Vor allem in den 5 Wochen Melkzeit müssen alle mit anpacken. Auch Sohn Guillaume und Tochter Eléonore, die eigentlich gern ihre Sommerferien genießen würde: „Manchmal ist es hart“, gesteht sie. „Aber wenn man sich um die Pferde kümmert, sie striegelt, Zeit mit ihnen verbringt, dann baut man auch eine Beziehung zu ihnen auf.“

Diese Nähe zwischen Mensch und Tier hilft auch Dominique Vogel, die 16-Stunden-Arbeitstage in der Melkphase zu überstehen. „Mit diesen Tieren vergisst man seine Sorgen“, schwärmt Dominique Vogel. „Mit den Pferden ist man ganz im Hier und Jetzt. Dadurch kann man viele andere Dinge einfach ausblenden. Wenn man Zeit mit ihnen verbringt, sie pflegt und sich um sie kümmert, dann geben sie einem so viel Liebe zurück. Das ist wunderbar.“

Familie Vogel ist der Beweis: Das Glück der Erde liegt eben doch auf dem Rücken der Pferde.

Adresse:

Jumenterie Bio du Domaine de la Voie Lactée
Rue de la Forêt
Eschviller
57720 Volmunster
Frankreich
Telefon : 0033 (0)3 87 96 77 37
Fax : 0033 (0)3 87 96 77 38
Mobil : 0033 (0)6 38 66 41 45
Internet: www.jumvoilac.com

Dach mit Solarzellen  (Foto: dpa)

Strom aus der Natur: Rockkonzert allein mit Solarenergie

Konzerte verbrauchen sehr viel Energie für Lichttechnik, Verstärker und Catering. „WE ARE ROME“, eine junge Band aus dem Hunsrück will einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und hat einen Versuch gestartet: Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Hochschule Bingen haben sie ein Konzert veranstaltet, bei dem die Energie allein aus Solarzellen gewonnen wurde.

Rockmusik, das sind vor allem Sounds und Effekte. Doch, die verbrauchen jede Menge Strom. Aber wie kann man den gewinnen, ohne der Umwelt zu schaden? Darüber hat sich eine Newcomer Band aus dem Hunsrück Gedanken gemacht. Die Vier nennen sich: „WERE ARE ROME“. Und jetzt wagen sie ein Experiment. Ein kleines Konzert - die komplette Technik - nur gespeist mit Hilfe der Natur. Dazu gehören eben auch lästige Mücken, die während des Interviews um Bandmitglied Hannes Porombka schwirren:

„Wir haben uns eben nach einem Konzert gedacht, was können wir denn tun als Musiker für den Klimaschutz tun?Und die erste spontane Idee war. Was passiert, wenn man so ein Konzert nur mit erneuerbaren Energien versucht zu spielen?“

Die Jungs setzen bei ihrem Konzert auf Solarenergie.

Video [Wir im Saarland - Grenzenlos, 04.09.2017, Länge: 4:29 Min.]
Strom aus der Natur: Rockkonzert allein mit Solarenergie

Kooperation von Kunst und Wissenschaft

Hilfe hatten sie durch eine Crew von der Technischen Hochschule in Bingen. Das Ergebnis: gut transportabel, leicht und schnell aufzubauen und - finanzierbar. 10 Solarpanelen, die miteinander vernetzt werden. Prof. Martin Pudlick von der Technischen Hochschule Bingen erklärt, wie die Wissenschaftler vorgegangen sind:

„Wir haben uns angeguckt, was braucht die Band an Energie über die Zeit. Und dann müssen wir natürlich die Energieversorgung sicherstellen. Und zwar zu jeder Sekunde muss genauso viel Strom vorhanden sein wie benötigt wird. Weil ansonsten, hört sich der Subproover schlecht an.

Mit anderen Worten: die Energie muss zum einen gespeichert werden und zum anderen gleichmäßig fließen. Die Batterien für dieses Projekt wurden vom Start Up-Unternehmen Axols neu entwickelt. 10.000 Watt braucht man für maximal 2 Stunden Musik. Doch, was passiert, wenn keine Sonne scheint? Benjamin Lorenzen von der Axols GmbH hat auch dieses Szenario bedacht:

„Selbst bei bewölktem Himmel kriegen wir noch 20-30% an Leistung rein. Es ist natürlich zu wenig, um das ganze Konzert durchgängig damit zu betreiben, dann würden wir das aus den Speichern ziehen. Wenn der Himmel heute komplett bewölkt wäre, dann müssten wir die Speicher, den halben Tag vollladen und könnten die Energie dann zum Konzert abrufen.“

Beim Konzert wird nicht nur die komplette Technik mit dem System gespeist. Auch der Kühlschrank für die Getränke und der Ventilator hängen dran.

Vorbild für die großen Stars

Die Technik steht, aber ob es klappt, weiß die Band bis jetzt noch nicht. Fest steht aber jetzt schon: das Konzert wird so viel Strom verbrauchen wie 10 Haushalte an einem Tag. Prof. Martin Pudlik ist bisher mit dem Aufbau zufrieden:

„Also dieses Projekt war jetzt die beste Lösung. Es hängt immer von den Gegebenheiten ab. Wasserkraft können wir hier nicht installieren. Es würde noch gehen eine Windturbine in Kombination mit PV, aber dadurch, dass wir im Juni viel Sonne haben, reicht das Setup völlig aus und ist die beste Lösung.“

Der Soundcheck hat geklappt. Was treibt die 4 Studenten an, sich so für die Umwelt zu engagieren? Hannes Porombka von „WE ARE ROME” hat darauf natürlich sofort eine Antwort:

„Wir wollen zeigen, dass man mit relativ kleinem Aufwand eigentlich was tun kann und vor allem auch in der Musikindustrie. Es gibt in der Musikindustrie schon einige Leute, die unter dem Stichwort Green Music schon einiges tun, versuchen die Co2 Ausstöße auf Touren zu verringern und dazu wollen wir unseren Beitrag leisten.“

Und ein paar Fans haben sich mitten im Hunsrück tatsächlich eingefunden, um bei dem Experiment dabei zu sein. Alles hat geklappt. Der Sound ist gut. Jetzt kann man nur hoffen, dass die großen Stars dem Beispiel von „WE ARE ROME“ folgen.

Vent des Forets - Kunstwerk (Foto: SR)

Inspiration aus der Natur: Wandern entlang von Skulpturen

Weit ab der Zivilisation, in einem lothringischen Wald bei Saint-Mihiel, findet man das Kunstprojekt „Vent des Forets“ - der „Wind der Wälder“. Seit 20 Jahren kommen jeden Sommer Künstler in die Gegend und gestalteten neue Skulpturen entlang der Rundwanderwege. Solange wohnen die Künstler bei Einheimischen, die sich mit viel Engagement um den Erhalt der Werke kümmern. In einem davon kann man sogar mitten im Wald übernachten.

Utopia ist noch weit. Aber schon in der Nähe des kleinen lothringischen Dorfes Lahaymeix liegt eine fantastische Welt. Hier – zwischen Weizenfeldern und Wald haben sechs umliegende Dörfer vor zwanzig Jahren das Kunstprojekt „Vent des Forets“ begründet. Jedes Jahr kommen rund acht Künstler hierher, um bei den Dorfbewohnern zu wohnen und zu arbeiten. Einer von ihnen ist Eric Croes aus Brüssel. Er töpfert Nistkästen – die an einer Scheune im Dorf angebracht werden sollen. Eingeladen hat ihn der künstlerische Leiter Pascal Yonet. Seit neun Jahren ist er Herz des Projektes – der Mann, bei dem alle Fäden zusammenlaufen:

“Weil unsere Künstler sich vor allem selbst neu finden müssen – denn wir sind hier in einer dörflichen Umgebung – ist die Arbeit für sie anders als sonst. Die Künstler müssen bereit sein, sich auf das Abenteuer dieses für sie neuen Umfelds einzulassen.“

Video [Wir im Saarland - Grenzenlos, 04.09.2017, Länge: 5:37 Min.]
Inspiration aus der Natur: Wandern entlang von Skulpturen

Beste Bedingungen für die Künstler

In einer Schmiede im Nachbarort arbeitet das Künstlerduo „Nøne Futbol Club“. Sie haben mehrere Projekte. Gerade entsteht eine drei Meter hohe Skulptur in Form eines Brenneisens mit der Botschaft: „Keep Warm Burnout the Rich“ - „Haltet euch warm, brennt die Reichen aus“, einen alten Punk-Slogan aus den 1990er Jahren, den die beiden an einer Mauer in Athen entdeckt hatten. Jetzt geht es an die Umsetzung: Die beiden Künstler schweißen die Buchstaben selber und sind begeistert von den Bedingungen unter denen sie hier arbeiten können:

„Das Gute ist, dass wir hier Möglichkeiten haben, die wir sonst nicht hätten – wie diese große Skulptur zu schaffen. Wir leben sonst in Paris, da ginge das nicht. Alles ist teuer. Wir könnten sie gar nicht transportieren. Hier ist das kein Problem. Es kommt jemand mit einem Traktor, und holt sie – alles ist viel einfacher.“

„Und jedes Mal, wenn wir irgendwohin gehen, um ein Projekt zu realisieren, lernen wir wieder neue Leute kennen. Und daraus entstehen wieder neue Projekte – die Dinge entwickeln sich endlos weiter.

„Wir könnten zehn Jahre bleiben.“

Getragen von vielen Freiwilligen

Finanziert wird der Verein vom Staat, der Region, dem Departement und den Kommunen. Viele Dorfbewohner und lokale Handwerker sind bei den Projekten eingebunden. So wie der Schmied Dominique Rennesson. Den Arbeitsplatz in seiner Werkstatt hat der künstlerische Leiter Pascal Yonet dem Künstlerduo vermittelt:

„Wie sie hier aufgenommen werden, ist eine Bereicherung für die Künstler. So können sie noch präziser arbeiten, unter technischer Anleitung. Denn sie kennen nicht unbedingt die notwendigen Techniken für die Umsetzung. Meine Rolle ist, ihnen manuelles Können zu vermitteln, damit die Werke so aussagekräftig und gelungen werden, wie irgend möglich.“

Übernachten mitten im Wald

Die Werke liegen verstreut an sieben Rundwanderwegen in dem rund 5000 Hektar großen Waldstück. Gehzeit - je nach Runde - zwischen ein und vier Stunden. Rund 100 Kunstwerke warten darauf von den Wanderern entdeckt zu werden. Eines davon: die Hütte „Le Nichoir“ - „das Vogelhäuschen“ – entworfen von dem Pariser Designer Matali Crasset. Man kann sich hier einmieten, um den Wald noch einmal anders zu erleben indem man dort im Schlafsack übernachtet. Die platzsparende Einrichtung ist funktionell, ohne großen Komfort und doch heimelig.

45 Kilometer Wanderwege

Allen Kunstwerken gemein ist, dass sie sich in die Natur integrieren und auf ihre Umgebung abgestimmt sind. Die Werke werden jedes Jahr restauriert – von Zivildienstleistenden und freiwilligen Helfern aus der Region - wie Maryse Gentilhomme. Sie ist seit Beginn des Projektes mit dabei:

„Das ist eine Liebesgeschichte. Ich habe die ganzen 45 Kilometer  Wanderwege ausgeschildert. Das ist so, als wenn man die Menschen an die Hand nimmt, um sie in den Wald zu führen und ihnen die Arbeiten zu zeigen. Anfangs musste man vier Kilometer laufen, um ein einziges zu sehen. Und nun gibt es so viele. Das ist wunderbar. Auch für unsere kaum bewohnte Region, in der sonst so wenig passiert. Zumindest hier gibt es etwas Größeres.”

Etwas Größeres – mittlerweile überregional bekannt in Frankreich.  Erdacht von einem Bürgermeister und einem Künstler - und getragen von einer ganzen Region. Sozusagen eine wahr gewordene Utopie.

Adresse:

Vent des Forêts, Espace rural d’art contemporain
Mairie, 21 rue des Tassons
55 260 Fresnes-au-Mont
Frankreich
Telefon : 0033 (0)3 29 71 01 95
E-Mail: contact@ventdesforets.org
Internet: www.ventdesforets.com

Villa Sequoia (Foto: SR)

Ferien beim Nachbarn: Lothringische Jugendstilvilla inmitten eines Parks

Hélène Lalegerie ist eher durch Zufall auf die Villa Séquoïa gestoßen, als sie ihren Sohn in die lothringische Provinz begleitete. Sie verfiel sofort dem Charme der Jugendstil-Villa und weil sie ohnehin gelangweilt war vom Leben in Paris, kaufte sie das alte Gemäuer und zog auf’s Land. Das Erdgeschoss hat sie für ihre Gäste hergerichtet. Jedes Zimmer in einer anderen Farbe und im Stil des Art Nouveau.

Direkt an der Maas am Ortsrand von Saint-Mihiel liegt ein Anwesen mit 500 Quadratmeter großem Park. Mittendrin eine Villa im schönsten Jugendstil. Die „VillaSéquoïa“. Ein Gästehaus, benannt nach einem der Bäume im Park.

Hélène Lalegerie ist zu dem enormen Anwesen gekommen, wie die Jungfrau zum Kinde. Denn eigentlich hatte die Pariserin nie die Absicht aufs Land zu ziehen.

„Das hätte ich mir nie vorstellen können. Die Ereignisse haben sich quasi überschlagen – eher zufällig. Ich habe kein Haus gesucht. Als mein Sohn von einem Freund aus der Gegend eingeladen wurde, habe ich gesehen, dass man nur eine Stunde mit dem Schnellzug aus Paris braucht. Da hab ich mir gedacht, dass ich eine kleine Tour hierher mache. Das ist auch Teil meiner Arbeit, Orte zu besichtigen. Und ich habe mich in Paris etwas gelangweilt, glaube ich. Also habe ich beschlossen meine Wohnung dort zu verkaufen, um das Haus hier kaufen zu können.“

Video [Wir im Saarland - Grenzenlos, 04.09.2017, Länge: 5:57 Min.]
Ferien beim Nachbarn: Lothringische Jugendstilvilla inmitten eines Parks

Inspiriert von Schloss- und Museumsbesuchen

Früher hatte Hélène als Assistentin der Geschäftsführung einer Firma gearbeitet. Als sie das Leid war – schließlich hatte sie neben Englisch auch Kunstgeschichte studiert -  machte sie eine Fortbildung zur Innenarchitektin. Ihr Schwerpunkt war die optimale Einrichtung winziger Studios – denn in Paris ist Platz Mangelware. Jetzt hat sie mehr als genug davon: Das ganze Erdgeschoss steht den Gästen zur Verfügung. Die Innendekoration hat sie selbst entworfen. Die Möbel und Accessoires passend dazu erstanden. Ihr Stil ist durch viele Schloss- und Museumsbesuche geprägt.

„Unter anderem durch Besuche im Musee d‘Orsay in Paris. Dort sind viele Arbeiten des Möbeldesigners Louis Majorelle ausgestellt. Dazu habe ich für mein Kunstgeschichts-Studium recherchiert. So habe ich angefangen mich für den dekorativen Stil des Art Nouveau in seinen verschiedenen Ausprägungen in Europa zu interessieren.“

Farbenfrohe und geräumige Zimmer

Das ganze Haus leuchtet in bunten Farben. In jedem Zimmer sind die Wände anders gestrichen. Im Doppelzimmer „Eugénie“, das auf der Straßenseite liegt, dominiert dunkles Violett. Inklusive Frühstück kostet die Übernachtung hier 75 Euro. Hélène findet:

„Weiß ist ziemlich langweilig. Farben hingegen heben die Größe und die Form eines Zimmers hervor. Wie hier das dunkle Violett die Deckenhöhe von drei Metern unterstreicht. Die Epoche von Napoleon dem Dritten hat mich zu dieser Farbe inspiriert.“

Die Suite „Nancy“ für 90 Euro besteht aus zwei Räumen: Dem Schlafzimmer – im italienischen Rokokostil in türkisgrün. Und dem kleinen Salon mit Balkon zum Garten. Im Art Nouveau Stil in orange und grünblau gehalten. Die Deko-Kissen auf den Betten hat Hélène selbst aus alten bestickten Stoffen genäht, die früher als Wandschmuck dienten. Sie findet sie auf Flohmärkten, weil niemand mehr Stickereien an der Wand haben möchte, erzählt sie:

„Ich suche meistens abstrakte Motive aus. Aber auch nicht immer. Oft sind es Stoffe aus den 50er und 60er Jahren, mit Blumen oder Vögeln. Das passt gut zum Stil des Hauses.“

Viele Outdoor-Aktivtäten in der Umgebung

Zum Spazierengehen kommt Hélène meist nur, wenn Boxer Dschango Gassi geführt werden muss. Dabei lohnt sich ein Ausflug in die nahgelegene Innenstadt von Saint-Mihiel. Die Kleinstadt ist berühmt für die Bibliothek seiner Benediktinerabtei. Außerdem kann man sich für sechs Euro die Stunde im örtlichen Kanuklub Kajaks und Kanus ausleihen, um eine Tour auf der Maas zu machen. Der Fluss ist hier noch naturbelassen und ursprünglich. Auch für Kletterer und Wanderer hat der Ort etwas zu bieten. Pittoresk: die sieben Kalkfelsen „Les sept Roches“ entlang der Maas. Von hier öffnet sich ein schöner Blick auf Saint-Mihiel. Wenn Hélène Lalegerie hier spazieren geht, dann weiß sie sicher:

„Ich bin sehr glücklich, dass ich umgezogen bin. Und ich habe sehr viel zu tun. Das Leben auf dem Land ist nicht immer ruhig.”

Nicht immer – aber zumindest manchmal.

Adresse:

La Villa Séquoïa
Hélène Lalegerie
19 avenue des Roches
55300 Saint-Mihiel
Telefon: 0033 (0)6 76 73 39 28
Internet: www.villa-sequoia.fr

Kurz & gut

WimS - KURZ & GUT (Foto: SR)

Ausstellung in Metzer Basilika

Ein Elefant in der Kirche? Ja, und zwar als Kunstwerk in der Metzer Saint-Vincent-Basilika in Metz. Er und weitere wilde Tiere wie zum Beispiel ein Tiger und ein Krokodil haben hier vorübergehend Unterschlupf gefunden. Die lebensgroßen Tiere bestehen aus Karton, Draht und Pappmaché und sind Kreationen der Künstlerin Hisae Ikenaga, die aus Mexiko stammt. „Créations“ nennt sie ihre Ausstellung. Die ‚Tier-Arche‘ bleibt bis zum 17. September in der Basilika.

Video [Wir im Saarland - Grenzenlos, 04.09.2017, Länge: 2:51 Min.]
Kurz & gut

Bußgeld fürs Taubenfüttern in Metz

Tauben dagegen mögen die Metzer nicht so gern. Seit Jahren bemüht sich die Stadt, die Zahl der Tauben zu dezimieren. Denn sie machen viel Dreck, beschädigen mit ihrem Kot Steine und Metall, und sind Krankheitsüberträger. Jetzt ist Tauben füttern auf öffentlichen Plätzen verboten. Und wer es trotzdem macht, muss bis zu 450 Euro Strafe zahlen. Hohe Strafen sollen vor allem für Wiederholungstäter verhängt werden.

Deutsch-französische Tischfußball-Tage

Am 9. und 10. September rollt und fliegt der Ball in Ottweiler. Dann finden dort die 8. Deutsch-Französischen Tischfußball-Tage statt. Gespielt werden Einzel und Doppel. Start in der Mehrzweckhalle Ottweiler ist an beiden Tagen um 10.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Einen Bericht darüber sehen Sie nächste Woche in „Wir im Saarland – Grenzenlos“ am 11. September 2017 im SR-Fernsehen.

Weitere Informationen: www.otc-ottweiler.de

Drogendetektor in Verkehrskontrollen

Auf den Straßen im Département Moselle ist ein neuer Drogendetektor im Einsatz. Mit einer Speichelprobe kann die Polizei direkt vor Ort feststellen, ob jemand Drogen genommen hat. Hintergrund: In den vergangenen beiden Jahren ist die Zahl der drogenbedingten Verkehrsunfälle um zwölf Prozent gestiegen. Nach Handybenutzung und zu hoher Geschwindigkeit ist der Drogenkonsum die häufigste Unfallursache im Département Moselle.

Deutsch-französischer Liebesroman

Die Heusweiler Autorin Laura Albers alias Angelika Lauriel hat einen neuen deutsch-französischen Liebesroman geschrieben: „Küssen auf Französisch – Ein Boss zum Verlieben“. Eine junge Frau geht für ein paar Monate nach Metz und verliebt sich dort in ihren Vorgesetzten. Er bezirzt sie mit seinem Charme, aber kann sie ihm vertrauen? Am 15. September wird die Autorin in Heusweiler erstmals aus ihrem Werk vorlesen. Der Roman ist bei Digital Publishers als Buch und als E-Book erschienen. Die Print-Ausgabe kostet 12,80 Euro.

Weitere Informationen: www.digitalpublishers.de

Umweltplaketten für Frankreich

Zonen mit eingeschränktem Verkehr

Mit Einführung der Vignette wurden Umweltzonen bzw. Zonen mit eingeschränktem Verkehr (ZCR - Zones à circulation restreinte) eingeführt. Die Einrichtung von Umweltzonen obliegt der jeweiligen Kommune. Diese legt auch fest, welche Crit’Air Kategorien zu welchen Zeiten die Umweltzone befahren dürfen. Dies ist meist mit einem zusätzlichen Schild unter dem Schild der Umweltzone gekennzeichnet. Sofern nicht anders kommuniziert gelten die Einfahrverbote Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr.

Umweltzone Paris

Die Vignette sowie die Umweltzonen wurden zunächst in Paris eingeführt. Der betroffene Bereich umfasst das gesamte Stadtgebiet innerhalb der Peripherie. Bereits seit Juli 2015 war die Zufahrt für zu alte LKWs und Busse untersagt. Seit Juli 2017 dürfen auch keine Fahrzeuge mit der Crit'Air-Plakette 5 mehr in die Stadt einfahren. Seit dem 1. Juli 2016 muss jedes Fahrzeug, welches die Umweltzone in Paris befährt, über eine solche Feinstaub-Plakette verfügen.

Umweltzone Grenoble

Für den Großraum Grenoble gilt seit dem 1. November 2016 ein kommunales Luftgesetz, welches einer Umweltzone gleichzustellen ist. Dies bedeutet, dass Fahrzeuge, die den Großraum Grenoble inklusive der Autobahnen rund um Grenoble befahren möchten, eine Vignette Crit'Air benötigen.

Umweltzone Lyon

Ende 2016 wurde auch in Lyon eine Umweltzone für das Stadtgebiet von Lyon und der Nachbarstadt Villeurbanne eingeführt.

Weitere Umweltzonen

Lille: Ab dem 1. Juni 2017 wird in der gesamten Großgemeinde Lille eine Luftschutzzone eingeführt, die jedoch nur im Falle des Überschreitens der Feinstaub-Belastungsgrenze gilt. In dieser Zone ist jedoch die Crit'Air-Vignette Pflicht. Der Präfekt entscheidet anhand der Luftbelastung, welche Vignetten-Farben (Kategorien) während der Luftverschmutzungsspitze in die Zone einfahren dürfen und welche nicht. Im September 2017 wird dann eine dauerhafte ZCR-Umweltzone eingerichtet, die die Einfahrt für bestimmte Crit'Air-Kategorien dauerhaft ausschließt. Die genauen Grenzen dieser Umweltzone werden noch bekannt gegeben.

Strasbourg: Strasbourg plant ab Herbst 2017 die Feinstaubplakette einzuführen. Derzeit wird noch diskutiert, in welcher Form - ob permanent wie in Paris oder zu bestimmten Zeiten wie in Lyon oder Grenoble - die Plaketten-Pflicht kommt.

Arve-Tal: Das Departement Haute-Savoie hat angekündigt, das Arve-Tal zu einer Luftschutzzone auszubauen. Dies wird den LKW-Verkehr in den französischen Alpen betreffen, der für die meisten Luftschadstoffe verantwortlich ist. Es werden Fahrverbote ausgesprochen, abhängig von der Luftverschmutzung.

Städte in Frankreich mit zukünftigen Umweltzonen

Folgende französische Städte wollen in den nächsten Jahren Umweltzonen einführen:

  • Avignon
  • Arras
  • Annemasse
  • Bordeaux
  • Cannes
  • Clermont-Ferrand
  • Champlan
  • Côte Basque-Adour
  • Dunkerque
  • Dijon
  • Epernay
  • Faucigny,
  • Glières, Bonneville
  • Grenoble (bereits eingeführt)
  • Lyon (bereits eingeführt)
  • Lille (Einführung ab 1. Juni 2017)
  • Le Havre
  • Montpellier
  • Paris (bereits eingeführt)
  • Reims
  • Rouen
  • Saint-Etienne
  • Strasbourg (Einführung geplant für Herbst 2017)
  • Saint Maur-des-Fossés
  • Toulouse
  • Vallée de la Marne

Weitere Informationen zu Umweltzonen in Frankreich unter: http://de.france.fr/de/info/umweltzonen-frankreich