Tatort-Darstellerin Elisabeth Brück (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

„Dieser Tatort wird polarisieren“

Das Gespräch führte Katrin König   17.05.2017 | 11:35 Uhr

Erst im April sind die Dreharbeiten zum siebten Fall des Saarbrücker Ermittlerduos Jens Stellbrink und Lisa Marx abgeschlossen worden. Und schon ist das Team vom SR-Tatort wieder mitten drin in einem neuen Fall. „Der Pakt“ (Arbeitstitel) soll 2018 ausgestrahlt werden. Worum genau es geht ist noch geheim, aber ein paar Details hat uns Darstellerin Elisabeth Brück verraten.

Nach dem Dreh ist vor dem Dreh. Gleich zwei SR-Tatorte werden in diesem Frühjahr aufgenommen. Der eine mit dem Arbeitstitel „Mord ex Machina“ ist bereits abgedreht und soll an Neujahr 2018 im Ersten gesendet werden. Derzeit steckt das Team um Jens Stellbrink, Lisa Marx und Nicole Dubois schon mitten im nächsten Fall. „Der Pakt“ unter der Regie von Zoltan Spirandelli greift einmal mehr ein aktuelles Thema auf. Es geht unter anderem um die medizinische Versorgung illegaler Flüchtlinge. Elisabeth Brück, alias Lisa Marx, hat in einer Drehpause mit SR.de über dieses Thema und ihre Rolle gesprochen.


SR.de: Frau Brück, in „Der Pakt“ wird wieder ein recht aktuelles Thema behandelt. Können Sie ein bisschen was darüber erzählen?

Elisabeth Brück: Über die Geschichte selbst darf ich natürlich nichts verraten. Aber ich finde es immer ganz großartig beim Tatort, dass wir Themen aufgreifen, die unsere Gesellschaft auch gerade bewegen. Mit „Der Pakt“ erzählen wir auch wieder eine Geschichte, die ganz richtig und wichtig ist, die erzählt werden muss. Einfach auch deswegen, damit jeder, der den Tatort schaut, sich fragt: Wie gehe ich denn eigentlich mit dem Thema um? Mit Menschen, die in unser Land kommen, die unsere Hilfe brauchen? Wie objektiv bin ich? Und wie subjektiv gehe ich mit dem Thema um? Die Geschichte wird mit Sicherheit wieder polarisieren. Aber genau das ist auch richtig und wichtig, dass am Montagmorgen jeder seine Meinung zum Tatort hat.

Zur Story

Vanessa und Anika, Schwesternschülerinnen im zweiten Ausbildungsjahr, sehen sich verblüffend ähnlich. Während Anika abends bei der medizinischen Versorgung illegaler Flüchtlinge hilft, feiert Vanessa Party mit den attraktiven Assistenzärzten. Eines Morgens liegt sie erwürgt in Anikas Bett. Eine Verwechslung?

SR.de: Sie spielen mittlerweile zum achten Mal die Rolle der Lisa Marx im SR-Tatort. Spüren Sie eine Veränderung oder Entwicklung Ihrer Rolle?

Brück: Ich freue mich sehr darüber, dass das Rollenprofil von Frau Marx immer weicher wird. Sie wird emotionaler und hat ihre Momente.

Das finde ich ganz wichtig, vor allem deswegen, damit der Zuschauer eine emotionale Bindung zu ihr aufbauen kann. Da ist noch ganz viel Luft nach oben, aber wir sind ja auch noch lange nicht fertig mit Geschichten erzählen.

SR.de: Schauspieler müssen für ihre Rollen häufig weit reisen. Sie sind gebürtige Saarlouiserin und leben nach wie vor im Saarland. Ist es für Sie etwas Besonderes, in der Heimat zu arbeiten?

Brück: Im Saarland arbeiten zu dürfen, ist ein riesengroßes Geschenk und die Freude, in der Nähe meiner Familie und meiner Freunde arbeiten zu dürfen, ist etwas ganz Großartiges. Als Schauspieler ist das wirklich so selten, dass ich mich jeden Morgen darüber freue.

Video [aktueller bericht, 16.05.2017, Länge: 2:52 Min.]
Der neue SR-Tatort: Der Pakt

SR.de: Sie drehen innerhalb weniger Wochen den zweiten SR-Tatort. Sind solche kurzen Pausen zwischen zwei Produktionen anstrengend oder ist man dann erst so richtig in der Rolle drin?

Brück: Die Spielfreude ist das, was immer wieder aus der Müdigkeit herausreißt. Wenn ich behaupten würde, es wäre nicht schön, nach einem abgedrehten Film eine Woche Urlaub zu haben, würde mir das nicht entsprechen. Aber die Freude am Spiel ist viel größer als alles andere. Wenn wir die wunderbare Situation haben, dass wir zwei Filme hintereinander abdrehen dürfen, dann ist die Freude an der Arbeit viel größer als kleine Schwächeanfälle. Wobei wir ja zwischendrin auch freie Tage haben und nicht durchgehend drehen.

SR.de: Vielen Dank für das Gespräch.

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht vom 16.05.2017 berichtet.

Artikel mit anderen teilen