Neukaledonien (Foto: SR)

Reisen in ferne Welten - Neukaledonien

Unbekanntes Südseeparadies

Thomas Radler  

Sie ist vermutlich eines der letzten Paradiese dieser Welt - die Inselgruppe Neukaledonien. Massentourismus gibt es hier nicht, dafür aber türkisblaues Meer und einsame Traumstrände, wie sie nur noch selten zu finden sind.

Sendung: Montag 01.01.2018 18.15 Uhr

Wer an die Südsee denkt, denkt an Tahiti, Fidschi oder Bora Bora - aber Neukaledonien? Wo liegt das eigentlich? Vor Schottland, in der Karibik oder vielleicht doch an der amerikanischen Ostküste? Captain Cook hat die Inselgruppe einst so getauft als er aus der Ferne die Höhenzüge der Hauptinsel Grand Terre im südlichen Pazifik entdeckte. Ansonsten aber hat Neukaledonien mit Schottland wenig zu tun: Türkisblaues Wasser, Strände die so puderzuckerweiß sind als wären sie mit Photoshop nachbearbeitet und die größte Lagune der Welt umgeben von einem Korallenriff mit 1.600 Kilometer Länge.

Neukaledonien - Impressionen aus dem Südseeparadies

Napoleon der Dritte liess die Inseln einst für Frankreich als Sträflingskolonie erobern, heute haben sie den Status eines französischen Überseelands mit voller Autonomie. Reisen in ferne Welten entdeckt einen der ganz wenigen Orte in der Südsee wo der Mythos, der einst schon Gauguin verzauberte noch wirklich spürbar ist. Das liegt vor allem daran, das die Urbevölkerung, die Kanaken, zumeist wenig bis gar keine Lust haben, ihr Südseeparadies massentouristisch zu vermarkten. Auf vielen vorgelagerten Inseln gibt es keinerlei Hotels oder Ferienwohnungen, wer hier übernachten will, der meldet sich beim lokalen Clanführer in der Chefferie. Der Häuptling vermittelt dann das befristete "acceuil en tribu". Übersetzt heißt das so viel wie "zuhause beim Stamm" und meint eine Übernachtung bei Locals mit Familienanschluss.

Überreste aus der Kolonialzeit

Die Insulaner leben ihr Leben wie der 39jährige Fischer Gregoire Thale im Rhythmus der Vorfahren. Kanaka bedeutet Mensch, Kanakeì der erstgeborene Sohn der Ahnen. Gregoire fährt noch fast täglich raus aufs Meer, genau wie Surferin Natalie Cinedrawa, die vor zwanzig Jahren als erste Frau auf Neukaledonien gesurft ist. Reisen in ferne Welten entdeckt die Überreste alter Kolonialgefängnismauern inmitten tropischen Regenwaldes, die Neukaledonien einst fast zur Gänze bedeckten, ist überwältigt von der Schönheit der Bergwelt an der entlegenen Ostküste der Hauptinsel Grand Terre. Begegnet ganz unterschiedlichen Menschen: Hip Hop-Tänzer, Cowboys und die junge Meeresbiologin Lucie Coroux.

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