Bergpanorama in Peru (Foto: SR Fernsehen)

Reisen in ferne Welten - Peru

Von Goldgäbern und Wunderheilern

 

In Peru spielen nicht nur die alten Götter heute noch eine große Rolle, auch Brauchtümer und Wunderheiler sind im Alltag immer noch präsent. Die Reise beginnt im Süden auf der Höhe von Nasca bei Goldgräbern und führt in den unbekannten Norden, wo das Reiseteam auf einen alten Schamanen trifft.

Sendung: Mittwoch 19.04.2017 15.15 Uhr

Um 5.00 Uhr morgens begleiten wir Luis auf seinem Weg zu den Goldgräbern. Er löst einen Kollegen ab, der bereits seit einer Woche in dem kleinen Camp am Fuße der Anden übernachtet. Wenig später sitzen wir mit Luis und 2 weiteren Goldschürfern vor dem Eingang eines kleinen Erdloches.

Arbeiten im Rausch

Vor den Männern liegen die Zutaten für das tägliche Ritual: Kokablätter, Zigaretten und Schnaps. Andächtig kauen sie die Blätter, zwischendurch nehmen sie einen Schluck aus der Flasche und opfern einen Teil für Mutter Erde. Die Arbeit in den Minen ist nur im Rausch zu ertragen, die Ausbeute an Gold eine geringe Entschädigung für die körperlichen Strapazen.

Unsere Reise durch Peru beginnt im Süden des Landes auf der Höhe von Nasca. Nicht weit entfernt von den Höhlen der Goldgräber zeugen rätselhafte Linien von einer Hochkultur, die hier schon lange vor den Inkas ansässig war.

Die Theorien über Entstehung und Bedeutung der Nasca Linien sind vielfältig. Die deutsche Wissenschaftlerin Maria Reiche verbrachte ihr gesamtes Leben damit, dieses Geheimnis lösen zu wollen. Unsere Reise führt uns weiter in den unbekannten Norden des Landes. Bereits vor 700 Jahren entstand in der Nähe von Trujillo die Metropole Chan-Chan. Eine komplette Stadt erbaut aus Lehmziegeln. Oder etwas weiter nördlich das Grab des "Fürsten von Sipán", das der peruanische Archäologe Walter Alva 1987 entdeckte.

Präkolumbianische Bräuche im Alltag

Heute muss der Direktor des Sipán-Museums nicht mehr im Zelt neben der Fürstengruft kampieren, um Grabräuber fernzuhalten. Dafür kämpft er jetzt gegen Vorurteile, wie sie der Moche-Kultur entgegengebracht werden, die durch ihre grausamen Menschenopfer berüchtigt wurde: "Die Moche haben einen außergewöhnlichen Reichtum an Kunst hervorgebracht", erklärt er. "Man muss eine Kultur mit den Augen der damaligen Zeit sehen."

Wie präsent die Bräuche aus präkolumbianischer Zeit auch im heutigen Alltag sind, erleben wir in der nächtlichen Sprechstunde eines Schamanen. Der Heiler und seine Patienten versetzen sich mit Meskalin in einen Trancezustand - dann werden negative Energien aus dem Körper vertrieben.

Ein unwirkliches Szenario, das wir vom Rand aus verfolgen, bis uns der Schamane bittet, die Zeremonie nicht weiter zu stören. Begleiten Sie uns auf einer spannenden Reise entlang der Küste Perus und entdecken Sie mit uns die unbekannten Schätze eines Landes.

Artikel mit anderen teilen