Meine Traumreise nach Patagonien

Meine Traumreise nach Patagonien

 

Eine Frau, ein Rucksack, ein Traum – acht Jahre nach der Entstehung desselben macht sich die 44-jährige Claudia aus Berlin auf den Weg fast ans Ende der Welt: zum Torres del Paine-Nationalpark im chilenischen Patagonien. Ihr Ziel: die Umrundung des Bergmassivs „Cordillera del Paine“ auf dem sogenannten großen  „O“, einem Trail von rund 130 km, in großen Teilen schwer begehbar.

Sendung: Samstag 10.09.2016 17.00 Uhr

Den Weg möchte die unerfahrene Claudia in acht bis zehn Tagen alleine gehen, einmal raus aus der Hektik der Großstadt rein in die wilde und – in Teilen – noch einsame Natur. Lediglich der vordere Teil des Rundwegs, der mit seinen zwei Einschnitten in Täler ein „W“ bildet und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Nationalparks miteinander verbindet, ist stark bevölkert – hier begegnet man Tagesausflüglern in Kolonnen, muss sich in Acht nehmen, nicht von den zahlreichen Selfie-Sticks erschlagen zu werden. Vogelgezwitscher wird bisweilen übertönt vom Kameraklicken der an die 2000 Touristen, die in den Sommermonaten täglich in den Park strömen.

Im Osten, Norden und Teilen des Westens jedoch muss sich Claudia die Natur nur mit einer Handvoll anderer Abenteuerlustiger teilen. Hier lockt das pure Abenteuer – Schlafen im Zelt, Kämpfen mit dem unberechenbaren und windreichen patagonischen Wetter, Waten durch tiefen Morast, das Überqueren eines Passes. Dafür lernt sie Südamerikas abwechslungsreichsten Nationalpark von allen Seiten kennen und ist mittendrin in der Vielfalt des Naturwunders „Torres del Paine“: bizarre Felsformationen, mächtige Berge, riesige Gletscher, Urwald, glasklare Seen in verschiedenen Blautönen.

Claudia hat sich in den Kopf gesetzt, diese Tour alleine zu machen – im Gepäck ein paar Brocken Spanisch und zwei Kameras. Als Kamerafrau kann sie diesen Weg und ihre Erfahrungen nicht undokumentiert lassen.  Auf welches Abenteuer sie sich hier wirklich eingelassen hat, wird ihr bereits am ersten Tag klar – und der Traum vom großen O hängt schnell am seidenen Faden. Ob und unter welchen Anstrengungen sie es trotzdem schafft, lässt uns Claudia hautnah miterleben. Sie nimmt uns mit auf ihre ganz persönliche Traumreise.

Touristische Informationen


Anreise:

Von Santiago de Chile aus per Inlandsflug nach Punta Arenas, dann 250 km mit dem Bus nach Puerto Natales. Von dort 120 km (ca. 2,5 Stunden)mit dem Bus zum Nationalpark. Die Busse fahren täglich zwischen 7 und 7:30 Uhr in Puerto Natales ab. Es empfiehlt sich, in der Hauptsaison alle Bustickets im Voraus zu buchen.

Eintritt in den Nationalpark:

Derzeit  21000 Chilenische Pesos (knapp 30 Euro).

Reisezeit:

Die Hauptsaison ist von Dezember bis Februar.

Unterkunft:

Wer nicht campieren will, kann in Refugios übernachten - in Mehrbettzimmern und teilweise auch in Stockbetten. Die Kosten sind hoch, Vorreservierung ein Muss (bis spätestens drei Monate vorher!).  Die Refugios bieten meist auch Essen, Snacks und Lunchpakete an. Zwei Anbieter gibt es hier: Vertice Patagoniaund Fantastico Sur. Auf einigen Etappen gibt es keine Hütten, sondern Gratis-Zeltplätze der Parkverwaltung Conaf. Diese sind unbedingt im Voraus zu reservieren (beim Betreten des Parks oder schon vorher im Conaf-Büro in Puerto Natales). Leider muss man genau planen, wann man wo ist, sonst verfällt die Reservierung. Man sollte zusehen, in der Hauptsaison nicht gerade als Letzter die Camps zu erreichen (vor allem auf dem bekannteren W-Trail), um noch einen guten Platz für das Zelt zu bekommen.

Kleidung:

In einer Region, in der man alle vier Jahreszeiten in einer Stunde erleben kann, sollte man für jedes Wetter gerüstet sein. Das heißt: Kleidung für heiße und windstille Tage bis solche für stürmische, kühle und regnerische Tage. Wasser- und winddichte Kleidung ist unverzichtbar, ebenso natürlich gute Wanderschuhe.

Faustregel für das Rucksackgewicht: höchstens 25% des eigenen Körpergewichts (selbstverständlich abhängig von Trainingszustand und Körperbau).

Akkus laden:

Ein Handy braucht man eigentlich nicht im Park – es gibt kein Mobilfunksignal und kein WLAN. Auch als Navigationssystem benötigt man es nicht, da die Wege sehr gut markiert sind. Wer Kameraakkus laden möchte, findet in fast jedem Refugio eine Steckdose, die man sich natürlich mit einigen anderen Leuten teilen muss. Auf manchen Campingplätzen gibt es allerdings keinen Strom. Mein Tipp: Eine Powerbank dabei haben, die aber natürlich ins Gewicht fällt. Es empfiehlt sich eher, ein, zwei Akkus mehr für die Kamera mitzunehmen.

Unbedingt mitnehmen:

Sonnenschutz für Haut und Lippen (der UV-Index ist in der Regel sehr hoch, auch bei Bewölkung), Sonnenbrille, Mütze, Mückenspray, Wasserflasche.

Wasser:

Kann man hier aus jedem Bach trinken, außer im Südosten und Osten des Parks, wo sich viel Weideland befindet. Für diese Strecke (Teil des O-Trails) Extra-Wasser mitnehmen. Auf dem gesamten W-Trail kann man das Wasser aus Bächen und Flüssen bedenkenlos trinken.

Aufpassen:

Vor allem der Wind kann einem hier zum ärgsten Feind werden. Windböen können bis zu 150 km/h erreichen. Erst kürzlich wurde ein vollbesetzter Bus umgepustet. Entsprechend vorsichtig muss man beim Wandern sein, da man häufig von den starken Böen überrascht werden und vom Weg geblasen werden kann.  Ebenfalls extrem vorsichtig sein muss man mit Feuer. In den Camps darf man nur an genau definierten Stellen Feuer machen bzw. seinen Kocher anzünden. Der starke Wind kann in kürzester Zeit eine kleine Glut zum großen Flächenbrand werden lassen.

Touren:

Man kann geführte Touren mit und ohne Träger buchen (z.B. über Erratic Rockoder Chile Nativo), den Park aber auch wunderbar individuell bewandern.

Lohnenswert:

Ice Trekking auf dem Grey-Gletscher (z.B. über Bigfoot Patagonia).

Dauer der Umrundung der Torres del Paine:  

7-9 Tage, je nach Witterung, für die große Runde "O" (etwa 130 km) und 4-5 Tage für das sogenannte "W", welches die wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Parks miteinander verbindet.

Informationen über den Park:

TorresdelPaine.com (eine private Webseite)