kulturspiegel (28.09.2016)

kulturspiegel

 

Diesmal zeigt der kulturspiegel: Zurück zu den Anfängen - Pioniere der Klangkunst in der Saarbrücker Stadtgalerie und den Erfolgsroman "In Zeiten abnehmenden Lichts" als Theaterstück. Außerdem: 20 Jahre Bistrot Musique und ein Buch über das Leben als Schäfer.

Sendung: Mittwoch 28.09.2016 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Ausstellungsobjekt Klangkunst (Foto: SR)

Zurück zu den Anfängen?

Die Saarbrücker Stadtgalerie zeigt Pioniere der Klangkunst

Es ist schon eine Weile her, dass darüber gestritten wird, was Musik ist und welche Klanganordnungen Ernst zu nehmende Kunst sind. Klar, das barg vor Jahrzehnten reichlich Konfliktpotenzial, denn die hehren Hüter der klassischen Musik wollten ihr Hoheitsgebiet der reinen Hochkultur nicht so einfach teilen. Sei es mit Avantgardekomponisten oder auch bildenden Künstlern, die lustvoll und experimentierfreudig mit unterschiedlichen Arten, Klänge zu Kunst zu machen spielten. Schon früh hat sich die Saarbrücker Stadtgalerie mit diesen Spielarten noch nicht etablierter Musik auseinandergesetzt und sich durch gezielte Förderung der Klangkunst große Anerkennung erarbeitet. So gesehen kehrt das Museum zu seinen Anfängen zurück, denn Max Eastley und Martin Riches gehören mit ihren Musikmaschinen, klanglichen und visuellen Installationen zu den Pionieren der Klangkunst, die mittlerweile weltweit anerkannt und etabliert ist. Harriet Weber-Schäfer hat die beiden Künstler und ihre Ausstellung „Two Measures of Time“ in Saarbrücken besucht.


Theaterszene " In Zeiten des abnehmenden Lichts"  (Foto: SR)

Deutsch-deutsche Geschichte zum Mitfühlen

Der Erfolgsroman „In Zeiten abnehmenden Lichts“ als Theaterstück

Als sich 1989 die DDR aufzulösen begann, zerbrach nicht nur ein totalitäres Regime. Es zerbrach auch ein ganzes Wertesystem, an das – ob gut oder schlecht – viele Menschen geglaubt hatten. Der Geschichtsprofessor Kurt Umnitzer zum Beispiel, der sich opportunistisch im System eingerichtet hatte und gerne mal aus Rücksicht auf die Ideologie die Faktenlage ein wenig im Sinne der Partei deutete. Sein Sohn Alexander allerdings kam damit gar nicht klar, brach mit der DDR und begab sich einfach auf die Suche nach einem Leben ohne Lüge und nach einem Lebenssinn. Die beiden sind tragende Charaktere des Theaterstücks „In Zeiten abnehmenden Lichts“, das Eugen Ruge nach seinem gleichnamigen, mit mehreren Preisen ausgezeichneten Roman geschrieben hat. Eine Geschichte, die den ganz normalen Familienwahnsinn vor dem Hintergrund deutsch-deutscher Geschichte erzählt. Christopher Haninger hat das Stück in der Saarbrücker Alten Feuerwache inszeniert. Eine Geschichtsstunde mit viel Stoff zum Mitfühlen, findet Karsten Neuschwender.


Marc Bouzon, Susanne Wachs, Bernhard Stigulinszky, Gerd Heger  (Foto: Steffani Palm)

Besondere Begegnungen mit besonderen Menschen

20 Jahre Bistrot Musique

Es ist das Fenster zur aktuellen französischen Musik. Und es ist die Eintrittskarte für französisch singende Musiker nach Deutschland: Seit zwanzig Jahren stellt die Konzertreihe „Bistrot Musique“ des Saarländischen Rundfunks neue Chansons und Songs aus französisch-sprachigen Ländern vor, und nicht nur Bands wie „Les Ogres de Barback“ wurden später zu Größen auf dem Musikmarkt. Nun wird „Bistrot Musique“ groß gefeiert, und Susanne Wachs, eine der Initiatorinnen vor zwanzig Jahren und bis heute eine der Organisatorinnen, ist zu Gast im Kulturspiegel-Studio. Zwanzig Jahre frankophone Konzerte, das sind auch zwanzig Jahre Anekdoten und besondere Begegnungen mit besonderen Menschen über die sich trefflich plaudern lässt


James Rebanks mit seinen Schafen auf der Weide (Foto: SR)

Das Leben auf dem Land

Ein Buch über das Leben als Schäfer

Trotz des wunderschönen Spätsommers ahnt man schon das Herannahen des Herbstes; und damit die Zeit, in der wir es uns mit schönen neuen Büchern und heißem Tee auf dem Sofa gemütlich machen. Neuer Lesestoff erscheint nun reichlich; der kulturspiegel stellt ein Buch vor, das in Großbritannien bereits zum Renner geworden ist. 

Ein Schäfer aus dem Lake District ist Englands derzeit erfolgreichster Buchautor: James Rebanks. Sein Buch“ Mein Leben als Schäfer“ schaffte es auf Platz 1 der britischen Bestellerliste. Darin schreibt er über die Liebe zum Land und zu einem uralten Beruf, er erzählt ohne jede Romantisierung vom Schäferhandwerk, von der Tradition, die in seiner Familie schon Generationen überlebt hat. Als „Herdyshepherd“ twittert Rebanks digitale Postkarten von seinen Tieren und der Natur – 80.000 Menschen folgen ihm. Warum wollen ausgerechnet jetzt so viele Briten davon lesen, wie ein Mann seine Schafe hütet? „In unserem Leben als Schäfer geht es nicht immerzu ums Ich. Hier bist du Teil einer Gemeinschaft. Du arbeitest da in den Bergen, mit den Schäferhunden. Du bist Teil eines Wir.“ James Rebanks erzählt über seine Arbeit, seine Heimat und die Sehnsüchte der Briten.


Kultur-Tipps:

  • Loostik, Deutsch-französisches Festival für junge Menschen: 07. – 18.10.

  • Manfred Mann’s Earth Band, 07.10.16, Lokschuppen Dillingen, Beginn: 20.00 Uhr

  • Nicole Johänntgen, 01.10.16, Kulturforum Illipse Illingen, Beginn: 19.30 Uhr


Moderation: Jochen Erdmenger

Eine Stimme von SR 2: Jochen Erdmenger (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

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